2 März 2017

Hallo, dies ist ein Testeintrag

25 April 2013

Ich glaube: ich kann nicht mehr bis Drei zählen. Also noch einmal:

Der Bau der katholischen Kirche beruht

· einmal auf der in sich stringenten Doktrin, die bewirkt, dass derjenige, der das Axiom akzeptiert, nämlich dass es einen Gott gibt, dann alles Andere daraus folgern kann, wenn er will.

· zum Andern auf der Messe, die den christlichen Mythos in diesem Ritual realisiert und damit vergegenwärtigt, und

· schließlich auf dem Gehorsam, die diejenigen,die in der Hierarchie unten stehen, denen schulden, die eine höhere Position einnehmen.

Das ist das Prinzip.

Wie das in der Praxis aussieht, will ich an einem Beispiel darstellen.

Der Theologe David Berger war zwar kein Priester, aber ein Fachmann für scholastische Theologie und als solcher Redakteur einer anerkannten theologischen Zeitschrift. Er war, da Laie, nicht zum Zölibat verpflichtet, hätte also heiraten können, was er aber nicht tat, denn er war schwul.

So weit der Sachverhalt.

Die kirchliche Hierarchie, der das natürlich nicht verborgen blieb, nahm das hin, solange David Berger seine sexuelle Veranlagung nicht sozusagen öffentlich auslebte und er seinen Lebensgefährten als Vetter ausgab.

Als David Berger diese Situation durch einen Artikel in der Frankfurter Rundschau öffentlich machte, verlor er seinen Job und wurde überhaupt in katholischen Kreisen geächtet.

Warum?

Dass es die Homosexualität gibt, weiß man natürlich auch im katholischen Klerus und dass insbesondere die römische Kirche besonders attraktiv für schwule Männer ist, auch. Und daraus kann man folgern, dass diese sexuelle Orientierung besonders unter katholischen Priestern verbreitet ist. Nun sind diese zum Zölibat verpflichtet, was im Falle David Bergers nicht der Fall war. Trotzdem wurde er gefeuert, und zwar nicht deshalb, so sagt uns heute der Papst, weil er schwul ist, sondern weil er die Homosexualität auch praktiziert - kann man das so stehen lassen? Nicht, wenn man, was man als Christ tun sollte, die Bibel als norma normans akzeptiert, also als oberstes Gesetz. Dann ist nämlich, was ich hier nicht näher zitieren möchte, die Homosexualität als Sünde zu verurteilen und zwar nicht nur die Tat, sondern auch Veranlagung, aus der sich die Absicht ergibt, denn, so sagte angeblich Jesus: wer eine verheiratete Frau anschaut, weil er sie begehrt, hat bereits die Ehe gebrochen in seinem Herzen.

Das also, so der Papst, gilt für den Christen nicht, wenn er als Mann einen Mann anchaut, weil er ihn begehrt, und wieso nicht? Tja, das hätte ich gerne gewusst, indes: die Herren von der allein selig machenden Religion reden nicht mit mir, also muss ich die Frage ungeschützt im Raum stehen lassen.

Indes: Es bleibt der Sachverhalt, dass David Berger mit einem Mann zusammen gelebt hat.

Und icht nur er:

Der Cardinal John Newman wohnte in Großbritannien im 19. Jahrhundert mit einem ihm befreundeten sehr viel jüngeren Priester unter euem Dach, der aber vor ihn starb. Und als Newman ebenfalls dahinschied, ließ er sich neben seinem Freund begraben - kann man noch deutlicher machen, welche Qualität diese Beziehung hatte?

Schwerlich.

Was unterscheidet den Fall Kardinals Newman von dem des Laien-Theologen Berger?

Nun, Newman gelang es, seine Beziehung unter dem Deckel zu halten, während Berger sie öffentlich machte. Newman wurde trotzdem heilig gesprochen (und kann damit heute als Schutzheiliger aller Schwulen in der römischen Kirche angesprochen werden), während Berger zweifellos, wie der Komiker Dirk Bach, einst in der Hölle schmoren wird, denn er bekannte sich öffentlich und ehrlich zu seiner sexuellen Orientierung und Ehrlichkeit erträgt der christliche Klerus nun mal nicht.

Aber worin besteht der Unterschied zwischen beiden? Warum wird Newman heilig gesprochen, Berger hingegen von den Katholizisten in der übelsten Weise öffentlich beleidigt und verleumdet?

Newmann blieb der römischen Kirche gehorsam, Berger hingegen nicht.

Das ist der Unterschied zwischen Beiden - und den müssen wir, fürchte ich, genau verstehen. Anmerkung: Die frühere Gouverneurin von Alaska wollte ja mal Präsidentin der USA werden, was ihr glücklicherweise nicht gelungen ist, aber sie spielt in der amerikanischen Politik immer noch eine Rolle. Nun las ich heute im Internet, dass diese übrigens stramm evangelikale Dame gefordert habe, die Tschechische Republik mit Krieg zu überziehen.

Wie das?

Das Rätsel löste sich bei näherer Lektüre des einschlägen Artikels auf: Das gute Mädchen hatte Tschetschenien mit Tschechien durcheinander gekriegt und die Männer, die die Bombe in Boston gelegt hatten, stammt ja in der Tat ganz ursprünglich aus Tschetschenien. Michael Moor, von dem ich lange nichts gehört habe, hat vor vielen Jahren dem damaligen Präsidenten Bush jr. empfohlen, sich zu vergewissern, wo ein Land liegt, bevor er es mit Krieg überzieht. Und dann erinnere ich mich an einen Film, in dem es um einen Banküberfall ging. Die Gangster nahmen Geiseln und verlangten, ins Ausland ausgeflogen zu werden.

Aber wohin?

"Minnesota", sagte der Dümmere der beiden Verbrecher.

"Quatsch", antwortete sein Komplize, "das liegt doch auch in den USA -ins Ausland!"

"Dann Montana," war die Antwort.

Welch ein Segen, dass der gegenwärtige Präsident zumindest ein Land außer den USA aus eigener Anschauung kennt, nämlich Indonesien, wenn ich mich richtig erinnere.