Dr. Klaus Dede
1. Juni 1935 - 5. Mai 2018

16 August 2012

· So weit die Lehre. Der Wandel Jesu, wie er sich aus dem Neuen Testament ergibt, war noch erstaunlicher. Der Mann "aß und trank", wie es im Neuen Testament heißt, mit anderen Worten: Er lehnte die scheußliche Diät, wie er sie bei Johannes dem Täufer kennen gelernt hatte ab und genoß also Fleisch und trank, wenn es ihn gab, auch Wein. Und wenn Jemand sich so den Genüssen des Lebens hingibt, wird er auch seine Sexualität nicht unterdrückt haben.

Und was erfahren wir noch aus dem Neuen Testament?

· Zunächst dass seine Zeitgenossen seine Familie, also seine Eltern, seine Brüder und Schwestern sehr gut kannten, und das waren, wie auch Jesus selbst, Menschen wie Du und ich. Wirklich? Dass seine Gegner es für nötig erachteten das zu betonen, zeigt, dass Jesus schon zu Lebzeiten, eben auf Grund der Wunder, die er angeblich tätigte, auf ein Podest gehoben wurde, aber von dem "Personenkult", der nach seinem Tode einsetzte und bis heute anhält, ist hier noch nichts zu spüren.

· Und die erstaunlichste Szene, die uns die Evangelisten überliefern, spielt im heutigen Libanon. Jesus wird von einer Frau gebeten, sich einer kranken Person anzunehmen, aber er weigert sich, weil er, als Jude, keine Patienten annimmt, die nicht seiner Religion angehören. Die Frau sagt darauf den berühmten Satz, dass die Armen von den Brosamen leben, die von des Reichen Tische fallen. Diese Geschichte ist deshalb erstaunlich, weil wir hier einen arroganten und brutalen Jesus kennen lernen, der sich aber von einer Frau korrigieren läßt. Er ist also keineswegs frei von Fehlern und schon gar nicht unfehlbar.

· Und schließlich haben wird da die Geschichte mit den Schwertern. Egal ob es eines war oder deren zwei waren- Jesus und seine Jünger verfügten über Waffen, und das mussten sie auch sein, denn im Römischen Reich gab es keine Polizei. Man konnte zwar ungehindert von einem Ende der Welt zum andern wandern, aber wenn Räuber auftauchten, musste sich Jeder wehren, so gut er konnte. Jesus war also weder ein Softi, der für alles Verständnis hatte, noch ein Pazifist, der Waffengewalt im Prinzip ablehnte, sondern verhielt sich so, wie das in seiner Zeit notwendig war.

· Und dann war Jesus ein wahrer Rüpel. Oder wie soll ich die Geschichte bewerten, in der er die Kaufleute aus dem Tempel prügelt? Gewiss, die Schlachtrituale auf Zion waren unter den Juden seit Langem umstritten. Sie wurden von nicht wenigen Anhängern der mosaischen Religion abgelehnt, vermutlich vor allem von denjenigen, die nie die Chance hatte, in die Heilige Stadt zu kommen, weil sie in Alexandria oder gar Rom wohnten, aber auch von Anderen in Palästina und Syrien, die den Opferritus, wie gesagt, widerlich fanden (was er auch war) und ihn deshalb ablehnten. Diese Juden, die Pharisäer also, besuchten damals schon die Synagoge ihres Ortes oder Wohnbezirks, hörten dort, was Schriftgelehrte über die Bibel sagten und fühlten sich als ganze Juden - und das waren sie auch. Aber konnten sich die Vertreter beider Richtungen nicht gegenseitig tolerieren? Natürlich und das fiel in der Praxis umso leichter, als die Vertreter beider Gruppen einige hundert Kilometer von einander entfernt lebten. Wir erleben hier Jesus als einen Mann, der nicht nur intolerant ist, sondern auch aggressiv und übergriffig, wie man heute sagt

· Und schließlich distanzierte sich Jesus von der romfeindlichen Hetze der Zeloten, die dann schließlich die Zerstörung des Zweiten Tempels zur Folge hatte. "Gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist", soll er gesagt haben. Der Jude sollte also seinen bürgerlichen Pflichten genügen und im übrigen so leben, wie die Thora das vorschrieb. Und das war damals möglich, denn die römische Obrigkeit verlangte von ihren Untertanen kein inhaltliches Bekenntnis, wie das bei den Christen später der Fall war. Es genügte, dass die Beamten des Staates und die Soldaten den Symbolen der Republik ihren Respekt erwiesen - was sie sich dabei dachten, war ihre Sache, die Andere nichts anging. Das war der Jesus, wie wir ihn in den synoptischen Evangelien des Neuen Testaments kennen lernen - ein sehr gewöhnlicher Mann also, der allenfalls dadurch auffiel, dass er "Wunder" tat, die aus heutiger Sicht keine sind, was man damals nicht wusste.

Und wie war es möglich, dass dieser Jedermann eine Bewegungin Gang setzte, die wir heute als das Christentum bezeichnen?

War er denn der Begründer dieser Religion?

Nein.

Und dieses Urteil möchte ich auf den folgenden Seiten begründen.

۞ Ist die Luft raus?

Ich habe imer wieder geschrieben, dass die Zionisten in Israel unter dem Vorwand, der Iran bedrohe sie mit Atomwaffen (die er nicht hat) mit einem Krieg droht, der, wenn er ausbrechen sollte, die Welt, wie wir sie kennen vernichten würde. Ich hielt Netanjahu und Barack in der Tat für eine große Gefahr, denn der heutige Zionismus ist nichts Anderes als die jüdische Variante des Faschismus,also eine Ideologie, die nur funktioniert, indem sie Andere, in diesem Fall den Iran, mit Krieg bedroht, notfalls ihnauch mit einem solchen überzieht, weil sie nur so den Zusammenhang des Sozialverbandes, dessen Interessen sie verwalten, sichern können.

Nun lehrt ein Blick auf die Landkarte, dss die Zionisten den Iran nur mit amerikanischer Hilfe angreifen können, ud bislang hat die Administraton in Washington, etwa Vizepräsident Biden, den Eindruck erweckt, dass ihre zionistischen Verbündeten nur das Signal zur Attacke zu geben bräuchten, um den von Barack und Netanjahu ersehnten Krieg auszulösen.

Man dor harr een Uhl seeten!

Die amerikanische Administration hat endlich Vernunft angenommen, wenn ich das so sgen darf. Wahrscheinlich war sie schon immer vernünftig, aber jetzt sagt sie es.

Der amerikanische Verteidigungsminister Panetta und sein Stabschef haben erklärt, dasss Israel nicht in der Lage sei, das iranische Atomprogramm auf Dauer zu stoppen. Damit könnte die Kriegsgefahr zunächst gebannt sein. Dass sehr groß war, zeigt die brutale Art, wie die Administration in in Washington die Zionisten öffentlich blamiert hat: Da drohen Netanjahu und Barack mit einem Angriff und dann zeigt sich, dass sie dazu nicht in der Lag sind - der Bluff ist geplatzt.

Und nun?

Tatsächlich findet zwischen dem Iran auf der einen und Israel sowie die USA bereits ein lautloser Krieg statt, in dem jede Seite die andere auf dem Felde der Elektronik auszutricksen versucht, und in diesem Kampf haben, denke ich, die Ayatollahs keine Chance, denn die Wissenschaftler und Tüftler haben auf der amerikanischen Seitejede Freiheit, während sie im Iran aufpassen müssen, ob das, was sie vorschlagen, auch der herrschenden Ideologie entspricht. Egal, wo die Grenze verläuft - sie existiert, und die Angst, sie möglicherweise zu verletzen, lähmt.