Dr. Klaus Dede
1. Juni 1935 - 5. Mai 2018

18 August 2012

Die Kreuzigung Jesus ein "Kollateralschaden" in dem Konflikt jüdischer Zeloten mit der römischen Besatzungsmacht in Palästina?

Das ist meine These, aber ich räume ein, dass ich hier nicht alle Aspekte der Geschichte ausgeleuchtet habe. Vor allem müssen wir verstehen, warum denn dieser Vorgang, der den Zeitgenossen so banal zu sein schien, dass sie keine Zeile darauf verwandten, vierhundert Jahre später eine solche Bedeutung erlangte, dass wir heute noch an dem Knochen kauen. Wir wüsste in der Tat von Jesus eben so viel wüßten wie von dem "Lehrer der Gerechtigkeit", der in den Dokumenten von Qumran auftaucht, wenn es da nicht die Evangelien gäbe, die zwar keineswegs Lebensbeschreibungen des Jesus aus Nazareth bieten, wohl aber so viel Quellenmaterial, dass sich daraus der Umriss einer Biographie ergibt. (die habe ich skizziert)

Ich wiederhole also:

Jesus und seine Jünger halten sich also zum Pessachfest in Jerusalem auf, da erscheinen Bewaffnete, nehmen den Arzt fest und schleppen ihn vor das Gericht des römischen Prokurators Pontius Pilatus, der ihn zum Tode verurteilt und hinrichten läßt.

Warum?

Das sagt der Zettel, den der Römer an das Kreuz heften läßt, an dem Jesus hing:

"Jesus aus Nazareth, König der Juden."

Aber das war er doch nicht, und vor allem: das wollte er auch nie sein, sagen seine Anhänger.

"Egal", sagt Pontius Pilatus, "was ich geschrieben habe, habe ich geschrieben"!

Wie auch immer: Jesus war tot und ließ eine ratlose Jüngergemeinde zurück. Für sie gab es zwei Möglichkeiten:

· Entweder die Anhänger Jesu verliefen sich

oder

· sie blieben beisammen und versuchten gemeinsam das Erlebnis zu verarbeiten.

Und es fand Beides statt, Natürlich gab es viele Patienten des Psychiaters Jesus, die das Weite, genauer: einen neuen Psychiater, suchten, aber einige blieben zusammen - und sie bildeten den Kern einer neuen jüdischen Sekte, deren Mitglieder das Andenken an ihren Gründer wach hielten. Aber das waren alles Juden. Natürlich besuchten sie weiter die Synagoge und beteiligten sich dort an den Diskussionen, aber sie trafen sich auch in eigenen Versammlungen und bildeten so unter dem Vorsitz des Bruders Jesu eine eigene Tradition, die jedoch mit der Zerstörung Jerusalems im Jahre 70 nach Christus endete.

Mehr lässt sich, denke ich, von dieser jesuanischen Gemeinde nicht sagen.

۞ Ja, es geschehen Zeichen und Wunder.

Zehn Jahre lang erhielt ich in Oldenburg von keiner Partei, keiner Gewerkschaft und keiner Kirche eine Antwort, denn: "Einem Dede antwortet man nicht!" so lautete eine Regel, die, so vermute ich, seinrzeit von Dr. Eckehard Seeber aufgestellt wurde, und die man strikt befolgte. Nun hatte ich mich wieder einmal an die Linke gewandt - und erhielt eine Antwort, und zwar nicht nur eine Eingangsbestätigung, sondern eine solche, in der Frau Christina Arndt inhaltlich auf mein Anliegen einging (ich denke, dass ich darauf zurückkommen werde).

Eine Selbstverständlichkeit?

Keineswegs - auch nicht bei den Linken, und weil das so ist, möchte ich hier Frau Arndt öffentlich meinen Dank aussprechen.

Und die Frage anschließen: Könnte es sein, dass ich mein Urteil über die Linke korrigieren muss?

Ich würde das sehr gerne tun, schließich war ich selbst mal Mitglied der DKP und hänge heute noch dem Marxismus an, auch wenn ich mich lange nicht mit ihm beschäftigt habe, aber ich tue das, indem ich die Frage stelle:

Wie ist es möglich, in der Praxis Sozialismus zu entwickeln, in dem die Menschenrechte, vor allem die Meinungsfreiheit, gewahrt bleiben?

Ich habe keine Antwort.

Ich weiß:

Jaurès war der Ansicht, dass Sozialismus und Demokratie zusammen gehörten, also das eine ohne das Andere nicht zu haben sei, aber das ist nicht richtig, wie wir wissen.

Es bleibt also die Frage: Wie bringen wir den Sozialismus und die Demokratie zusammen?

Für heute genug davon.