-1923-1924-

1923, 30. 3. Bremen: Gründung des "Gemeinnützi-gen Bestattungs-Instituts Bremen und Umgebung"
1923, 3. 8. Bremen: Gründung der Bremer Volks- und Sparbank AG. 1927 von der "Bank der Arbeiter, Angestellten und Beamten AG" übernommen.
1923, 24. 10. Bremen: Gründung der "Focke-Wulff-Flugzeugwerke". Die Hansestadt wird damit Standort des Flugzeugbaus. Die Produktion begann schon 1924 und zwar mit dem Bau der "A 16", dem ersten Passagierflugzeug, in dem die Fluggäste in einer Kabine saßen. Der Pilot aller-dings war noch Wind und Wetter aus-gesetzt. Weitere Höhepunkte: Der Bau des ersten Hubschraubers (FW 61), den Hanna Reitsch in der Deutschlandhalle flog, und dann des viermotorigen Passa-gierflugzeugs FW 200 "Condor", die 1937 fertig wurde. Sie flog 200 km/h und konnte - neben vier Mann Besatzung - 26 Passagiere aufnehmen. Die "Condor" startete am 10. August 1938 in Berlin-Staaken mit vier Mann Besatzung zu einem Nonstop-Flug über 6370 Kilometer, den die Maschine in 24 Stunden und 36 Minuten zurücklegte. Der Rückflug von New York nach Staaken dauerte sogar nur 19 Stunden und 55 Minuten. Damit war die Ära der kommerziellen Transatlantik-Flüge er-öffnet, von denen Focke-Wulf jedoch nicht mehr profitieren konnte. Das Werk produzierte dafür während des Krieges den Jagdflieger FW 190, der die Nach-folge der legendären Me 109 antreten sollte.
1923, 28. 12. Bremen: Gründung des Bremer Radio-klubs. Die neue Entwicklung wird vom Bremer Senat nach Kräften gefördert. Im Januar 1924 nimmt die ganze Regierung in den Atlaswerken gemeinsam an einem Empfangsversuch teil, der ziemlich missglückt, aber niemanden entmutigt. Als am 2. Mai 1924 der Reichssender Hamburg den Betrieb aufnahm, erreicht es Bremen, dass in der Hansestadt bereits am 30. November 1925 ein erster Nebensender eröffnet wird. Die "Nordische Sendegesellschaft" wurde zunächst im Stadttheater, dann im Gewerbemuseum untergebracht und erhielt dann am 2. September 1927 ihren Platz in der Alten Waage.
1923, 10. 2.. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 100 M.
1923, 21. 2. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kosten 150 Mark.
1923, 1. 3. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kosten 200 M.
1923, 2./3. 5. Bremen. Streik auf der Norddeutschen Hütte
1923, 3. 5. Bremen: Streik in der Rolandmühle
1923, 1. 6. Bremen. Der Fahrschein der Straßenbahn kostet 400 M.
1923, 9. 6. Bremen. Streik auf der Vulkan-Verft. Der Ausstand endet am 14. Jui 1923
1923, 13. 6. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kosten 500 M.
1923, 14. 6. Bremen: Streik der Fensterputzer.
1923, 23. 6. Bremen. Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 800 M.
1923. 1. 7. Bremen. Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 1000 M.
1923, 15. 7. Bremen. Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 1500 M.
1923, 27. 7. Bremen: Der Fahrschein der Straßenbahn kostet 2500 M.
1923, 1. 8. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 5000 M.
1923, 8. 8. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 8000 M.
1923, 8. 8. Bremerhaven: Nach zehn Wochen endet der Streik in der Hochseefischerei.
1923, 10. 8. Bremerhaven: Streik der Lotsen. Er wird am 14. August 1923 beendet, nachdem es zu einem tödlichen Unfall gekommen ist.
1923, 11. 8. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 20.000 M.
1923, 11. 8. Bremen. Streik im Baugewerbe.
1923, 11. 8. Bremen. In der Jutespinnerei wird gestreikt, jedioch nicht von allen.
1923, 15. 8. Bremen: Der Fahrschein für die Straßenbahn kostet 30.000 M.
1923, 18. 8. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 40.000 M. Weitere Preis: Graubrot (1900 g.) 108.000 M. Schwarzbrot (1900 g.) 102.000 M..
1923, 24. 8. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 60.000 M.
1923, 1. 9. Bremen. Der Fahrschein für die Bremer Straßenbahn kostet 100.000 M.
1923, 1.-4. 9. Bremen. Nordwestdeutscher Alkohol-gegnertag.
1923, 7. 9. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 150.000 M.
1923, 11. 9. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 300.000 M.
1923, 14. 9. Bremen: der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 500.000 Mark
1923, 19. 9. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 1.000.000 M..
1923, 21. 9. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 2.000.000 Mark
1923, 25. 9. Bremen: Streik in der Norddeutschen Hütte. Der Ausstand wird am 28. Sep-tember 23 beendet.
1923, 26. 9. Bremen: Der Fahrchein der Straßenbahn kostet 3.000.000 Mark.
1923, 27. 9. Bremen: Auf Grund einer Verordnung des Reichspräsidenten geht die vollzie-hende Gewalt im Wehrkreis VI, also auch an Bremen, an den Befehlshaber des Bezirks über. Damit werden Ver-sammlungen auch in geschlossenen Räu-men verboten. Ab 1. Oktober 1923 dür-fen keine Flugblätter mehr verteilt wer-den, auch das Ankleben von Plakaten ist verboten,
1923, 1. 10. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 4.000.000 Mark
1923, 5. l0. Bremen. Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 5.000.000 Mark
1923, 9. 10. Bremen: der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 10.000.000 M.
1923, 12. 10. Bremen: Der Fahrschein für die Straßenbahn kostet 15.000.000 M.
1923, 16. 10. Bremen: Der Fahrschein für die Straßenbahn kostet 50.000.000 M.
1923, 20. 10. Bremen: Der Fahrschein für die Straßenbahn kostet 100.000.000 M
1923, 22. 10. Bremen. Der Senat gibt Anteilscheine in US-Dollar aus (Der "Bremer Dollar")
1923, 23. 10. Bremen. Die Hafenarbeiter streiken. Der Ausstand endet am 29. Oktober 23
1923, 23. 10. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 200.000.000 M..
1924, 24. lo. Bremen. Streiks auf der AG Weser und in den Hansa-Lloyd-Werken.
1923, 26. l0. Bremen. Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 1.000.000.000 M.
1923, 3. 11. Bremen. Streik der Stauerei-Arbeiter.
1923, 5. 11. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 10.000.000.000 M..
1923, 8. 11. Bremen: Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 15.000.000.000 M.
1923, 14. 11. Bremen. Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 20.000.000.000 M. Das entspricht 0,02 US-Dollar oder 0,84 Pfennig der Goldmark.
1923, 15. 11. Bremen. Der Fahrschein der Straßen-bahn kostet 30.000.000.000 Mak (das entspricht 0,02 US-Dollar). An diesem Tage wird die Rentenmark ausgegeben. Dennoch steigt der Preis für einen Fahrschein für die Straßenbahn noch bis zum 21. November 1923 auf 100.000.000.000 (sprich: Hundert Milliarden Mark).
1923, 1. 12. Bremen. Der Fahrschein für die Straßenbahn kostet 150.000.000.000 Mark. Damit ist der Tiefpunkt der Geldentwertung erreicht. Am 5. Dezem-ber 1923 wird der Preis für einen Fahrschein auf 130 Mlliarden Mark herabgesetzt. Die Lage beruhigt sich infolge der Einführung des neuen Geldes, von dem man annimmt, dass es wertbeständig sein wird.
1923, 23. 12. Bremen. Einweihung der St. Josephs-Kirche in Oslebshausen.
1923 Blumenthal: Neu-Rönnebeck wird nach Blumenthal eingemeindet.
1923 Wilhelmshaven: Marine-Museum eröffnet
1923-1926 Bremen: Bau des Postamts 5 am Bahn-hofsvorplatz. Hier war auch die Ober-postdirektion untergebracht. Die inzwi-schen privatisierte Deutsche Post hat das Gebäude im Jahre 2000 an eine Kapitalgesellschaft verkauft. Es ist als Baudenkmal vor äußeren Veränderungen weitgehend geschützt.
1923, 13. 2. Bremen: Die NSDAP wird im Staat Bremen verboten. Die Maßnahme wird am 29. 4. 1924 wieder aufgehoben.
1923 Bremerhaven/Geestemünde/Lehe: Drei-ßig Bäcker streiken und erzielen einen Teilerfolg. Sie verlangen vor allem eine Verkürzung der Arbeitszeit.
1923 Bremerhaven/Geestemünde/lehe: Die Schneiderinnen der Firma Bethge und Reumann streiken. Einzelheiten sind nicht bekannt.
1923, 8. 1. Bremerhaven: Gründung der NSDAP-Ortsgruppe in Herrmanns Hotel. Erster Orstgruppenleiter ist Benno Mittelstaedt. Hier beginnt die Partei mit 32 Mitgliedern.
1923 - 1931 Bremerhaven: Ausbau des Überseeha-fens und der Nordschleuse
1923, 8. 1. Bremerhaven: Gründung einer Ortsgrup-pe der NSDAP.
1923, 29. 3. Bremerhavem/Geestemünde. In den Fi-schereihäfen werden von den Unterneh-mern und Reedern die Arbeiter ausge-sperrt, die Kohlen löschen sollen, aber dafür einen Zuschlag für die Belästigung durch den Staub verlangen. Das Ergeb-nis des Arbeitskampfes ist nicht be-kannt.
1923, 23. 5. Bremerhaven/Geestemünde: Abwehr-streik der Fischdampfer-Besatzungen. Seit dem 26. Mai 1923 lief kein Fischdampfer mehr aus. Der Ausstand dauerte bis zum 1. August 1923. Beteiligt waren 1845 Männer. Die von den Reedern verhängte Lohnkürzung wird am Ende zurückgenommen.
1923, 10. 2. Geestemünde: Der Fischdampfer "Straßburg" sinkt vor dem Haugesund. Das Schicksal der Besatzung ist unbe-kannt.
1923, 20. 5. Lehe: Die Saalmusiker im Volksgarten streiken 24 Tage lang bis zum 1. August und haben am Ende Erfolg.
1923, 5. 9. Blexen. Einweihung des Gefallenen- Ehrenmals auf dem Jedutenhuügel in Grebswarden. Das Denkmal auf den Krieg von 1870/71 befindet sich noch vor der Blexer Kirche. Es verzeichnet keinen Namen. Offenbar ist damals nie-mand aus der Gemeinde Blexen gefallen. Nach dem Ersten Weltkrieg passen die Namen der Toten immer hin auf vier Bronzeplatten, die in den Block aus Backsteinen eingelassen sind. Als nach dem Zweiten Weltkrieg ein drittes Denkmal für die Gefallenen, diesmal neben der Kirche, errichtet wurde, verzichtete man auf die Nennung der Namen. Einmal waren es zu vielen, zum andern kannte man bei zahlreichen Vermissten noch nicht deren Schicksal und schließlich wusste man nicht, wie man mit den Angehörigen der vielen Familien umgehen sollte, die aus den einstigen Ostprovinzen gekommen waren, nunmehr aber nach Blexen gehörten. Dass irgendwie auch die sowjetischen Kriegsgefangenen, die im Dorf ermordet worden waren, zu den Opfern des Krieges gehörten, den Hitler angezettelt hatte, wird man damals kaum bedacht haben, sollte aber heute eine Rolle spielen, wenn wir der Toten des Krieges gedenken.
1923, 15. 12. Blexen: Streik und Aussperrung auf der Frerichswerft. Der Arbeitskampf ist nach drei Tagen beendet. Vermutlich sind die Arbeiter gescheitert, denn die Werft stellt die Arbeiter nur so weit wieder ein, als Beschäftigung für sie vorhanden war, will sagen, dass die Streikführer nicht zurückkehren durften.
1923, 18. 6. Eckwarden: Einweihung des Krieger-denkmals. Die Figur stammt von dem Frankfurter Künstler G. Marr.
1923, 26. 6. Bookholzberg: Auf dem Geestrand wird ein Bismarck-Denkmal eingeweiht, das 1933 abgeräumt wird, als an dieser Stelle die Freilichtbühne gebaut wird, die die Nazis für das Schauspiel "De Stedinge" von August Hinrichs be-stimmt haben.
1923, 23. 10. Berne: Etwa 150 bis 200 Kommunisten aus Bremen landen in Stedingen und besetzen Berne. Sie durchsuchen die Bauernhöfe nach Waffen, werden aber am gleichen Tage von Polizeikräften aus Oldenburg und Männern der Einwoh-nerwehr zurückgeschlagen. Dabei wird ein Unbeteiligter erschossen. Etwa 40 Aufständische können nicht mehr ent-kommen und werden in der Reithalle festgehalten. Die übrigen erreichen die Boote und können fliehen. Die Aktion ist eine Auswirkug des Hamburger Put-sches, die übrigens auch in Augustfehn (wo ein Stahlwerk bestand) und in Varel zu spüren waren. In Augustfehn kam es zu einer Art Aufstand und in Varel wurde gestreikt.
1923, 25. 10. Rüstringen/Wilhelmshaven: Wilder Streik in den Betrieben. Ziele bleiben unklar. Der Ausstand fällt ergebnislos in sich zusammen.
1923 Jever: Das "Friesische Brauhaus zu Jever" entsteht. Es geht aus einer Brauerei hervor, die bereits 1848 bestand. Sie wurde 1867 durch Theodor Fetköter erworben. Die Firma wurde 1904 in eine GmbH umgewandelt. Der Firmengründer starb am 21. 4. 1908 und sein Sohn fiel im Ersten Weltkrieg, so war es nur konsequent, dass das Unter-nehmen in einem großen Konzern auf-ging. Zum Wahreichen Jevers wurden die über dreißig Meter hohen Gärtürme, von denen zwei im Jahre 1980 errichtetwurden; ein dritter kam im Jahre 1983 hinzu.
1923, 15. 10. Berlin: Ausgabe der Rentenmark. Die Hyperinflation ist beendet.

-1924-

1924 Sozusagen das erste Friedensjahr nach 1914. Ende 1924 umfasst die deutsche Fischdampferflotte bereits 401 Boote, die 51 Reedereien gehörten. Im Jahre 1913 befanden sich nur 263 Einheiten in Fahrt. Vor allem aber war die Flotte durch neubauten stark modernisiert worden.
1924 Bremen: Die "Bremer Vorortbahnen GmbH (BVG) eröffnen die erste Omnibuslinie von Horn nach Oberneu-land. Damit beginnt die Erschließung des Bremer Umlandes durch Autobusse.
1924 Bremen: Gründung der "Focke-Wulf-Flugzeugbau AG". Henrich Focke, Ge-org Wulf und Hans Kolthoff hatten ge-meinsam 1910 das Moorflugzeug "En-te" konstruiert. Focke und Wulf bauten dann 1921 den "Storch". Sie gründe-ten im Oktober 1923 die Bremer Flug-zeugbau AG. Daraus entstand, als die Bremer Kaufleute Otto Bernhard, Otto Schurig und Ludwig Roselius hinzutra-ten, die besagte Focke-Wulf-Flugzeug-bau AG.
1924, 1. 5. Bremen: Der deutschnationale Polizei-präsident Dr. Petri verbietet die Mai-kundgebung. Die Gewerkschaften rufen daraufhin in altbewährter Manier zu einem Maispaziergang zum Bürgerpark auf. Als dort ein kommunistischer Funk-tionäre zu einer Rede ansetzt, greift die Polizei ein und prügelt die Menschen-menge auseinander.
1924 Bremerhaven: Die Rickmerswerft wird vorübergehend stillgelegt. Sie nimmt erst 1937 den Betrieb wieder auf.
1924, 25. 2. Bremen. Auf den Werften ruht die Arbeit. In dem Streik geht es um die Arbeitszeit. Der Arbeitskampf wird am 30. April 1924 durch einen Schieds-spruch beendet. Am 21. Mai 1924 nehmen die Parteien die Entscheidung an.
1924, 11. 3. Bremen: Streik der Hafenarbeiter. Der Ausstand endet am 27. März 1924.
1924, 26. 5. Bremen: Schlageterfeier in der St.-Ansgari-Kirche. (Schlageter war einer der völkischen Martyrer)
1924, 18. 6. Bremen: Streik in den großen Mühlen Bremens. Die Unternehmer antworten mit Aussperrung.
1924, 13. 5. Bremen: Die Unternehmer im Bauge-werbe sperren die Arbeiter aus, nach-dem sie in einen Streik getreten waren. Der Arbeitskampf endet am 13. Juni 1924.
1924, 18. 3, Bremen: Streik bei Hansa-Lloyd. Borgward sperrt die gesamte Beleg-schaft aus. Der Ausstand wird am 28. März 1924 beendet.
1924, 12. 6. Bremen: Gründung des "Reichsbanners Schwarz-Rot-Gold". Die Organisation zum Schutz der Republik hatte 1930 etwa 3000 Mitglieder.
1924, 13. 7. Bremen: Das erste Verkehrsflugzeug, das die Focke-Wulf-Flugzeugbau AG gebaut hat, wird auf den Namen "Bremen" getauft.
1924, 27. 9. Bremen: Der Bremer Rundfunksender (heute Radio Bremen, sendet das erste Konzert.
1924 10. 10. Bremen: Gründung der "Gemeinnützi-gen Wohnungsbaugemeinschaft der freien Gewerkschaften für Bremen und Umgegend". Sinn des Unternehmens war die Errichtung von Mietwohnungen auf gemeinnütziger Grundlage. Die Ge-meinschaft baute bis 1933 zwei Sied-lungen und wurde dann von der "Deutschen Arbeitsfront" übernom-men. Am 17. Juni 1935 erfolgte die Umwandling der Gemeinschaft in die "Gemeinnützige Wohnungsbaugesell-schaft Bremen mbH", die in den folgen-den Jahren erhebliche Leistungen er-brachte, wie Schwarzwälder schreibt. (cf. Schwarzwäler: Bremen Lexikon, Bd. 1, 2003, S.310). Nach der Befreiung gab es komplizierte Vermögensauseinander-setzungen zwischen der Gesellschaft und den Gewerkschaften. Am 13. April 1954 nannte sich die Firma "GEWOBA, Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft mbH". Die Firma verwaltete 2002 einen Bestand von 43.000 Mietwohnungen (davon 10.000 in Bremerhaven) und 12.000 Eigentumswohnungen.
1924, 23. 11. Bremen: Einweihung der Baptistenkirche in Oslebshausen.
1924 Bremen: Gründung der Bremer Lichtbildzentrale. Seit 1951 Landesbild-stelle.
1924 Bremen. Die Entwässerungsanstalt im Blockland erhält Elektromotoren. Die bisher eingesetzten Dampfmaschinen haben ausgedient.
1924 Strom: Bau der Brücke bei Sandhausen über die Ochtum.
1924, 25. 12. Bremerhaven. Der Fischdampfer "H.H. Meier"sinkt vor dem Nordkap. Die 13 Mann der Besatzung ertrinken.
1924, 18. 10. Wesermünde: Das Gesetz über die Vereinigung der Städte Geestemünde und Lehe zur neuen Stadt "Wesermün-de" tritt in Kraft. Das preußische Land-tag hatte es am 2. Oktober 1924 be-schlossen, nachdem der Provinzialland-tag in Hannover bereits am 21. Mai der Vereinigung zugestimmt hatte. Sowohl in Lehe als auch in Geestemünde hatte es erhebliche, wenn auch letztlich vergeb-liche Widerstände gegeben, die haupt-sächlich darauf beruhten, dass es nicht gelang, Bremerhaven in die Vereinigung einzubeziehen. Was 1924 nicht möglich war, wurde dann 1939 nachgeholt.
1924 - 1927 Bremerhaven: Bau des Columbusbahn-hofs und der dazu gehörigen Kaje. Benannt nach dem Passagierdampfer, der vor dem Krieg vom Norddeutschen Lloyd in Auftrag gegeben worden war, aber erst nach dem Frie-densschluss zu Ende gebaut werden konnte. Er war bis zur Indienststellung der "Bremen" und "Europa" das Flaggschiff der Reederei und erfreute sich auch danach großer Beliebtheit.
1924 Bremerhaven/Wesermünde: Auf den Werften treten im März 3672 von insgesamt 3700 Beschäftigten in einen Streik, der 14 Wochen dauert und der von den Verbänden der Metallarbeiter und der Holzarbeiter, aber auch von den Christlichen Gewerkschaften organisiert wird. Die Unternehmer reagieren mit Aussperrung. Es geht um die Abwehr einer Verlängerung der Arbeitszeit und einer Lohnkürzung. Der Arbeitskampf endet im Juni mit einem Teilerfolg. (Genaue Daten sind nicht bekannt)
1924, 26. 3. Bremerhaven/Wesermünde: Streik der Schneider. Der Arbeitskampf endet nach acht Tagen am 2. April 1924 mit einem Teilerfolg.
1924 Bremerhaven/Wesermünde: In den Häfen streiken die Arbeiter der Speditionen und erzielen einen Teilerfolg. Einzelhei-ten nicht bekannt.
1924, 12. 5. Bremerhaven/Wesermünde: In den Häfen streiken die Netzmacher erfolgreich zwei Wochen lang (bis zum 24. Mai 1924).
1924, 13. 8. Bremerhaven/Wesermünde: Die Bauar-beiter fast aller Betriebe in den Unter-weserstädte streiken sieben Wochen lang (bis zum 30. Juni 1924) für mehr Lohn. Die Unternehmer reagieren mit Aussperrung. Das Ergebnis istnict bekannt.
1924, 13. 8. Bremerhaven/Wesermünde. 24 Friseure streiken in mehreren Betrieben. Nach zwei Monaten erzielen sie einen Erfolg (Ende: 13. Oktober 1924)
1924 Wesermünde: Auch die Sparkassen von Geestemünde und Lehe werden zur Sparkasse der Stadt Wesermünde zu-sammengelegt, allerdings bleiben zu-nächst zwei Abteilungen bestehen, je eine für Geestemünde und Lehe. Am 29. Dezember 1924 fand die erste Sitzung des gemeinsamen Vorstandes statt. Die Fusion selbst wurde jedoch juristisch erst am 26. November 1928 abgeschlos-sen, als mit diesem Datum die letzte behördliche Genehmigung vorlag.
1924, 12. 4. Bremerhaven: Der neue Passagier-dampfer "Columbus" läuft zu seiner Jungfernfahrt nach New York aus. Das Schiff, das zunächst "Hindenburg" heißen sollte, war bei Schichau in Danzig bereits vor dem Krieg in Angriff genom-men worden, lief aber erst am 12. August 1922 vom Stapel und wurde am 27. November 1923 in Dienst gestellt. Die "Columbus" war 236 Meter lang und fasste 32.345 BRT. 700 Mann Besatzung betreuten 1800 Passagiere. Die "Columbus" befand sich 1939 bei Kriegsausbruch in New York. Der Durchbruch in die Heimat misslang, weswegen das Schiff am 19. Dezember 1939 vor New Jersey von der eigenen Besatzung versenkt wurde.
1924 Bremerhaven: Gründung des Vereins "Freie Schwimmer Bremerhaven"
1924 Bremerhaven/Geestemünde. Der Unter-nehmer Max Sieghold übernimmt eine kleine Schmiede und Schlosserei und baut die Firma zu einem Werftbetrieb aus, der inbesonder Fischdampfer repariert und baut.
1924, April Blexen. Heftige Auseinandersetzung der Arbeiter mit der Werksleitung der Frerichs-Werft. Es geht um die Einführung des Neun-Stunden-Tages. Am 12. April 1924 findet auf der Werft eine Abstimmung statt, in der sich 613 Arbeiter für die Verkürzung der Arbeits-zeit aussprechen, 58 Arbeiter sind dage-gen. Daraufhin beginnt am 12. April ein Streik. Die Butjadinger Zeitung berichtet dann zwar, dass der Werftarbeiterstreik am 5. Juni 1924 beendet worden sei, aber aus dem Artikel geht nicht hervor, ob damit dieser Ausstand gemeint war und welches Ergebnis er erbracht hatte..
1924, 20. 10. Blexen. Einweihung es Denkmals zu Ehren der Gefallenen der Metallwerke Unterweser AG auf dem Betriebsge-lände.
1924, 15. 12. Nordenham. Der Bahnhof Großensiel wird geschlossen. Er befand sich auf der Westseite der Gleise unmittelbar nörd-lich der heutigen Straße. Das Gebäude wurde erst Anfang der siebziger Jahre abgerissen.
1924, 24. 6. Burhave. Einweihung des Kriegerdenk-mals.
1924, 16. 3. Jaderberg. Einweihung des Gefallenen-ehrenmals in Jaderberg.
1924 Berne: Bau des Lichtenberger Siels. Es ersetzt die "Drei Siele" in Stedingen.
1924, 5. Oktober Lemwerder: Das Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs wird eingeweiht.
1924 Sande: Der Meedengroden wird einge-deicht.
1924 Esens: Vor dem Amtsgericht wird ein Denkmal errichtet, das an die Gefallenen des Ersten Welkriegs erinnert.