-1948-1950

1948 Bremen: Als Folge der Währungsreform kommt es in den bremischen Werften zu erheblichen Unruhen, weil die Arbeiter sich gegen den Lohnstopp wenden. Außerdem protestieren sie gegen die schlechte Versorgungslage.
1948, 26. 2. Bremen: Die Bürgerschaft beschließt, 50 Urkunden aus St. Gallen an den Kanton zurückzugeben. Damit soll der Dank Bremens für die Hilfe ausgedrückt werden, die die Stadt seit der Befreiung aus der Schweiz erfahren hat.
1948, 6. 4. Bremen: Die Demontage der AG Weser ist abgeschlossen. Am 18. Februar und 4. März wurde die Hochhelling der Werft, eine der größten in Deutschland, gesprengt. Sie war der Sowjetunion zugesprochen worden, die sie aber nicht haben wollte, jedoch deren Zerstörung verlangte. Die Demontage wird am 24. März beendet. Der Abbruch hatte 9.3 Milionen RM gekostet.
1948, 14. 4. Bremen/München: In München wird die Rudolf-Alexander-Schröder-Gesell-schaft gegründet. Der Dichter wurde vor allem durch sein Lied bekannt: "Heilig Vaterland, in Gefahren...", das beson-ders in der Nazizeit mit Inbrunst gesun-gen wurde.
1948, April Bremen: Der Kalte Krieg ist ausge-brochen. In Bremen äußert sich das darin, dass die amerikanische Militär-regierung solche deutschen Arbeitskräf-te entlässt, die der KPD angehören bzw. einer "antifaschistischen Weltanschau-ung" anhängen. (Petera. 12 Jahre Bremen 1945-1956, 1976, S, 115)
1948, 19. 5. Bremen:. In der amerikanischen Zone (und damit auch in Bremen und Bre-merhaven) wird der Verkauf von Zei-tungen oder Büchern, die von sow-jetischen Behörden lizensiert sind, ver-boten.
1948, Juni Bremen. Carl F. W. Borgward wird in einem zweiten Entnazifizierungsverfah-ren als "Mitläufer" eingestuft und kann damit die Führung seiner Unternehmen wieder übernehmen. Das Hauptwerk in Sebaldsbrück war im Krieg durch Bom-benangriffe völlig verwüstet worden. Carl Friedrich Wilhelm Borgward wurde von den Amerikanern verhaftet und zunächst in das Internierungslager an der Hermann-Böse-Straße, dann nach Ludwigsburg verbracht - schließlich war er nicht nur Parteimitglied, sondern als Produzent von Rüstungsgütern eine wichtige Stütze des Naziregimes gewe-sen. Am 15. März 1946 wurde der ehe-malige Konzernchef zwar aus der Haft entlassen, aber sein Vermögen wurde inzwischen von einem Treuhänder ver-waltet, so dass Borgward in den fol-genden Monaten seinen Unterhalt als Nachtwächter verdienen musste. In Se-baldsbrück sorgte inzwischen der ehe-malige Verkaufsdirektor Wilhelm Schin-delhauer dafür, dass die Produktion un-verzüglich wieder anlief. In dem Werk wurden bereits bis Oktober 1945 für die Amerikaner 250 kleine Lastwagen ge-baut, und als Borgward schließlich im Juni 1948 in dem besagten zweiten Ent-nazifizierugsverfahren als Mitläufer ein-gestuft wurde und damit wieder die Leitung seines Unternehmens überneh-men konnte, beschäftigte die Firma be-reits 2400 Mitarbeiter. Damit beginnt eine der typischen Erfolgsgeschichten der deutschen Nachkriegszeit.
1948, 22. 5. Bremen: Die Insassen des Internie-rungslagers Riespott brechen nach fünf Tagen den Hungerstreik, den sie aus Protest gegen die ihrer Ansicht nach ungerechte Behandlung begonnen haben, wieder ab.
1948, 29. 5. Bremen: Die Staatsbibliothek ist für das Publikum wieder zufänglich.
1948, 21. 6. Bremen: Währungsreform. In Bremen erfolgt an den kommenden Tagen an 658 Stellen der Umtausch des alten Geldes gegen die neuen Scheine. Die Folge ist, dass plötzlich in den Geschäften wieder Waren angeboten werden, während das Publikum eine ungewöhnliche Kauflist an den Tag legt.
1948, 1. 7. Bremen: Die Bewirtschaftung von Obst, Gemüse, Süßwasserfischen, Bienenho-nig, Geflügel und Eiern wird aufgehoben. Bier und Bierersatzgetränk gibt es da-gegen nur auf Brotmarken.
1948, 16. 7. Bremen: Eröffnung des Amerikahauses im Haus Contrescarpe 19.
1948, 21. 7. Bremen. Der Einzelhandel protestiert gegen die drohende Einführung der Gewerbefreiheit.
1948, 22. 7. Bremen. Das Schulschiff "Deutsch-land" wird von Cuxhaven zur AG Weser verholt.
1948, 10. 7. Bremen. Gründung des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs für den "Gau Weser-Ems".
1948, 3. l0. Bremen. Der Senat setzt eine Kommis-sion ein, die prüfen soll, ob es möglich ist, in Bremen eine Universität zu grün-den. Am 8. Dezember 1948 wird in der Stadt die "Gesellschaft der Freunde der Internationalen Universität Bremen" gegründet. Ihr Vorsitzender ist der Kaufmann Georg Schünemann. Am 20. Dezember erlässt die Bürgerschaft ein Gesetz über die Errichtung einer Inter-nationalen Universität in Bremen. Sie soll gegründet werden, sobald die Ka-sernen in Bremen-Grohn für diesen Zweck zur Verfügung stehen und falls genügend Geld vorhanden ist - falls!
1948, 2. 12. Bremen: Die "Israelitische Gemeinde Bremen e.V." wird durch Beschluss der Mitgliederversammlung wieder herge-stellt.
1948 Bremen: Das Gut Hodenberg in Ober-neuland wird Eigentum der "Stiftung zur Heimatpflege".
1948, Bremerhaven. Im April findet eine De-monstration aller Gewerkschaften gegen die unzureichenden Lebensmittelrationen statt. Gleichzeitig ruht in allen Betrieben einen Tag lang die Arbeit. Daraufhin werden die Zuteilungen erhöht.
1948, 5. 1. Bremerhaven. Streik der gesamten Be-legschaften bei Seebeck und Rickmers gegen die Kürzung von Rationen. Schon nach einem Tag wird die Maßnahme rückgängig gemacht.
1948, 8. 1. Bremerhaven: Auf allen Werften strei-ken 1600 Schweißer und Schmelzer ge-gen eine Kürzung der Milchration. Über das ist nichts bekannt.
1948, 3. 2. Bremerhaven: Die Deutsche Angestell-ten-Gewerkschaft (DAG) organisiert einen eintägigen Streik ihrer 1600 Mitglieder. Der Anlass sind Ungerech-tigkeiten bei der Versorgung.
1948, 10. 6. Bremerhaven. Streik im Kaiserhafen gegen die amerikanische Besatzungs-macht. Der Ausstand hat nach vier Tagen (am 14. Juni 1948) Erfolg.
1948, 9. 11. Bremerhaven: Die Werktätigen Bremer-havens nehmen an einem allgemeinen Streik in der Bizone gegen die unzurei-chenden Lebensmittelzuteilungen teil.
1948, Dez. Bremerhaven: Der Maler Paul Ernst Wilke bezieht sein kleines Atelier an der Geestemündung. Den Platz, auf dem das Häuschen heute noch steht, hatte er am 15. Februar 1948 gemietet. Um den Nachlass des populären Künstlers küm-mert sich heute ein Verein.
1948 Nordenham: Die Metallwerke Unterwe-ser AG sichern die vorhandenen Anla-gen. Im Jahre 1949 wird die Bleiproduk-tion wieder aufgenommen, im Jahre 1950 folgt die Zinkhütte. Diese wird 1971 stillgelegt und 1972 durch eine Zinkelektrolyse ersetzt.
1948 Wilhelmshaven: In Roffhausen beginnt die Olympia AG mit der Fertigung von Büromaschinen. Sie steigt im Laufe der nächsten Jahrzehnten zum größten Produzenten von Büromaschinen der Republik mit über 20.000 Mitarbeitern auf, von denen etwa 10.000 im Stamm-werk an der Jade arbeiten. Etwa 66 Prozent der Produktion von Schreibma-schinen kommen von Olympia - bis der Computer seinen Siegeszug antritt und die Branche tötet. Im Jahre 1991 schließt das Werk.
1948, 1. 7. Jever: Gründung des Oldenburgisch-Ostfriesischen Marschen-Wasser-Verbandes (OOMWV), dem die Aufgabe zugewiesen wurde, die Marschgebiete an Weser und Jade mit Wasser zu versorgen. Heute: Oldenburgisch-Ostfriesischer Wasserverband (OOWV).

-1949-

1949, 1. 2. Bremen: Das Internierungslager "Ries-pott" wird aufgelöst. Die letzten 35 Insassen kommen in das Untersu-chungsgefängnis am Ostertor.
1949, 2. 2. Bremen: Das Schulschiff "Deutchland" wird an den neuen Liegeplatz im Euro-pa-Hafen verholt. Am 6. März wird die Jugendherberge auf dem Schiff eröffnet. Seit 1952 dient es als Schule für Schiffsjungen.
1949, 27. 1. Bremen: Die Amerikaner geben den Bremer Flugplatz, den sie bis dahin für sich genutzt hatten, an die zivile deutsche Verwaltung zurück. Es beginnt der systematische Ausbau des Fluplat-zes, der bis heute anhält. Bereits am 1. August 1948 war die Verlängerung der Startbahn von 1300 auf 2000 Meter ab-geschlossen worden.
1949, 14. 3. Bremen: 300 Holzarbeiter streiken. Es geht um mehr Lohn. der Streik endetam 16. März.
1949, 15. 3. Bremen. Das Gesetz über die Errichtung des Senders "Radio Bremen" tritt im Kraft, Es wurde von der Bürgerschaft am 22. November 1948 beschlossen. Am 17. März tritt der Rundfunkrat zum ersten Mal zusammen. Am 5. April werden die Sendeanlagen, die bislang in den Händen der amerikanischen Besat-zungsmacht lagen, der deutschen Ver-waltung übergeben.
1949, 31. 3. Bremen: Auf Grund der Marken erhält der Bremer Normalverbraucher täglich 1228 Kalorien. Tatsächlich nimmt er 1856 Kalorien zu sich, weil immer mehr Lebensmittel nicht mehr bewirtschaftet sind, also frei verkauft werden können, so Marmelade, Rübenkraut, Rübensaft, Kunsthonig und Zuckersirup, die bis zum 30. April freigegeben sind, um die Lagerbestände zu verringern. Am 30. März bleiben im Fischereihafen von Bremerhaven große Bestände von Fisch stehen, weil sich kein Käufer findet. Die unmittelbare Not ist offenbar überwun-den.
1949, 5. 4. Bremen. Auf dem Flughafen landet eine Maschine der SAS. Damit wird der zivile Luftverkehr in Bremen wieder eröffnet.
1949, 23. 5. Bremen: Zum ersten Mal seit 16 Jahre weht vor dem Rathaus die Schwarz-Rot-Goldene Fahne. Der Anlass ist die Ver-kündung des Grundgesetzes der Bun-desrepublik Deutschland. Die Bürger-schaft hatte am 20. Mai das Gesetz angenommen.
1949, 1. 8. Bremen: Die Landebahn des Flughafens ist auf 2.000 Meter verlängert worden.
1949, 27. 8. Bremen: In der Stadt wird Bier wieder in "Friedensqualität" produziert und aus-geschenkt.
1949, 1. 9. Bremen: Hillmann-Passage mit 22 Läden eröffnet.
1949, 5. 9. Bremen: Aufhebung des Lizensierungs-zwangs für Zeitungen, Zeitschriften, Bü-cher und andere Veröffentlichungen.
1949, 16. 9. Bremen: Die "Heilsarmee" weiht ihre Predigtstätte am Geschworenenweg 11 ein.
1949, 13. 10. Bremen: Der erste "Borgward-Han-sa"läuft vom Band.
1949, 22. 10. Bremen. Wiedereröffnung des "Städti-schen Museums für Natur-, Völker- und Handelskunde".
1949, 1. 11. Bremen: Von jetzt an werden nur noch die Grundnahrungsmittel rationiert. In der Zuteilungsperiode "November 1949" werden folgende Mengen abge-geben: 1125 g Fett (davon 250 g Butter), 1500 g Weißzucker, 10.000 g. Brot (davon 2500 g Weißbrot) 1000 g. Fleisch und 750 g. Nährmittel.
1949, 22. 11. Bonn: Erstes Petersberger Abkommen. Die Werften erhalten die Erlaubnis, Frachtschiffe bis zu 7200 BRT mit einer Geschwindigkeit von 12 kn, dazu Kümos bis zu 2.700 BRT und Fischereifahr-zeuge bis zu 620 BRT zu bauen. Das sind zwar erhebliche Einschränkungen des Schiffbaus, aber damit setzt die Po-litik der Lockerungen ein, die in die völllige Freigabe der Produktion mün-den.
1949, 24. 4. Bremerhaven: Das Aquarium der Tier-grotten wird wieder eröffnet. Seit 1948 wird der Bestand des kleinen Zoos zunächst gesichert und dann erweitert.
1949, 12. 4. Bremerhaven. Fischdampferbesatzungen weigern sich auszulaufen. Sie fordern eine Lohnerhöhung. Trotz Aussperrung setzen sie nach wenigen Tagen eine Lohnerhöhung um acht Pfennige durch.
1949, 6. 7. Bremerhaven: Streik der Netzmacher in allen Betrieben außer der Nordsee und der GHG. Es geht um eine Lohnerhöhung. Nach drei Tagen (am 9. Juli 1949) wird ein Kompromiss erzielt.
1949, 1. 8. Nordenham: Vertrag der Stadt mit "Felten und Gulileaume, Carlswerke, AG über die Errichtung eines Zweigbe-triebs in Nordenham. Das Unternehmen wird in Hallen untergebracht, die "We-serflug" während der Nazizeit zwischen den Metallwerken und den Kabelwerken errichtet hatte.
1949 Wilhelmshaven: Der "Grodendamm" wird aufgeschüttet. Er trennt den "Gro-ßen Hafen" von dem Becken, das von nun an als "Banter See" dem Was-sersport dient.
1949, 9. 5. Wilhelmshaven: Eröffnung der Hoch-schule für Arbeit, Politik und Wirtschaft in Rüstersiel.
1949, 1. 7. Wilhelmshaven. Gründung der Nieder-sächsischen Landesstelle für Marschen- und Wurtenforschung.
1949, 9. 7. Wilhelmshaven: Britische Sprengkom-mandos beginnen in Langewerth mit der Sprengung der 50 Vierkantbunker und Luftschutztürme sowie der dreißig klei-neren Türme, die es in Wilhelmshaven gab. Bei der Aktion kommt es zu er-heblichen Schäden an den wenigen ge-bliebenen zivilen Häusern, was am 12. August 1949 und am 30. September 1949 zu Protestkundgebungen der Be-völkerung führt. Die Sprengungen wur-den trotzdem bis zum 17. Januar 1950 fortgesetzt und dann abgebrochen.

-1950-

1950, 28. 3. Bonn. Das Bundeskabinett beschließt einen besonderen Hilfsplan für Wilhelmshaven. Das Ziel: Die Schaffung von 17.000 neuen Arbeitsplätzem.
1950, 9. 1. Bremen. Die Bewirtschaftung von But-ter, Pflanzenfetten und Vollmilch wird aufgehoben. Nur der Zucker bleibt noch rationiert.
1950, 1. 2. Bremen. Der "Rotary-Club" wird wie-der gegründet.
1950 Bremen: Bau der methodistischen "Er-löserkirche" an der Schwachhauser Heerstraße. Die Architekten sind Her-mann und Eberhard Gildemeister. Grundsteinlegung: 11. März 1950, Richtfest: 13. Mai 1950, Einweihung: 17. September 1950)
1950, 22. 7. Bremen: Einweihung des Funkhauses von Radio Bremen an der Heinrich-Hertz-Straße.
1950, 27. 8. Bremen: Das Theater am Goetheplatz wird eingeweiht. Zur Eröffnung spricht Rudolf Alexander Schröder. Gespielt wird "Egmont" von Goethe. Das bisherige Theater am Bischofstor gibt man auf.
1950, 1. 8 Bremen: Das "Ernährungsamt" wird aufgelöst.
1950, 1. 9. Bremen. Das Waschmittel "Persil" wird wieder ausgeliefert. Die Produktion war mit dem Kriegsbeginn im Jahre 1939 eingestellt worden.
1950, 2. 9. Bremen: Die neue Schule in Haben-hausen wird eingeweiht.
1950, 30. 9. Bremen: Das Ohlenhofbad in Gröpe-lingen wird wieder eröffnet. Es war im März 1945 völlig zerstört.
1950, 3. 12. Bremen. Die Kirche der neuaposto-lischen Gemeinde an der Augsburger Straße wird eingeweiht.
1950, 8. 12. Bremen: Die Schule "An der Kleinen Helle" ist wieder aufgebaut.
1950, 20.-22. 12 Bremen: Zwei Studenten (Georg v. Hatzfeld und René Leudesdorff) halten sich auf Helgoland auf, um gegen die Bombardierungen der Insel durch die Engländer zu protestieren.
1950 Bremen: Gründung der "Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenar-beit" in Bremen e.V..
1950, 18. 10. Bremen: Eröffnung des "Amerika-Hauses". Das erste Kultur-Institut der USA wurde bereits am 3. April 1947 in der Kunsthalle eröffnet, zog dann ab 16. Juli 1948 in das Haus "Contrescarpe 19" um, bis es dann in der "Glocke" untergebracht wurde. Im Jahre 1965 zogen sich die Amerikaner zurück. Es blieb der umfangreiche Buchbestand, der nunmehr als "John-F.-Kennedy-Biblio-thek" in die Volksbücherei integriert wurde. Die Amerika-Häuser (eine Parallel-Einrichtung befand sich im Gebäude der Handelskammer in Geeste-münde) waren eine wichtige Einrichtung, weil durch sie das kulturelle Defizit, das durch die Nazizeit entstanden war, ab-gedeckt werden konnte.
1950, 25. 5. Bremen: Gründung der "Landesstelle gegen die Suchtgefahren".
1950, 14. 7. Bremen: Die Schulspeisung wird abge-schlossen. Beginn: 25. 3. 1946. In dieser Zeit wurden 67 Millionen Portionen ausgegeben.
1950, 14. 5. Bremen. Die Produktion der "Leuko-plast-Bomber" läuft in den Borgward-Werken an.
1950 Bremen: Gründung des Heimatvereins Oberneuland. Eine Abteilung ist die "Speeldeel", die Stücke in der sächsischen Sprache aufführt.
1950, 3. 4. Bremerhaven. Wiedereröffnung des "Bahnhofs am Meer" (früher: "Co-lumbusbahnhof").
1950, 5. 10. Bremerhaven: Ein bundesweiter Streik in den Wasser- und Schifffahrtsämtern gegen die Arbeitsbedingungen führen zum Erfolg.
1950, 27. 10. Bremerhaven: Die "Gripsholm" macht an der Columbuskaje fest. Damit beginnt der Versuch, den alten Liniendienst zwischen Bremerhaven und New York wieder zu beleben, der aber scheitert, weil der Luftverkehr die Oberhand gewonnen hat. Der neue europäische Brückenkopf des Trans-Atlantikver-kehrs in Deutschland ist deshalb Frank-furt und nicht mehr Bremerhaven.
1950, 9. und 11. 1. Bremerhaven: Die Stadt führt "Schul-kombinate" ein. Die drei Schulzweige, nämlich die Hauptschule, die Realschule und das Gymnasium, werden unter einem Dach vereinigt. Die Reform wird 1957 wieder rückgängig gemacht.
1950 Bremerhaven. Die Kirche in Wulsdorf ist wieder hergestellt. Sie war im Februar 1944 bei einem Bombenangriff schwer beschädigt worden. Auch die katholische Herz-Jesu-Kirche in Geestemünde kann neu eingeweiht werden.
1950 Nordenham. Das Wrack der "Bremen", das querab Nordenham im Watt liegt, wird beseitigt.
um 1950 Langwarden. In dieser Zeit - das genaue Datum konnte Ingo Hashagen, dem ich hier folge, offenbar nicht ermitteln - wurde die Langwarder Turmwindmühle abgebrochen. Der Mül-ler (der auch so hieß) hatte den Betrieb schon 1932 auf einen Motor umgestellt. Auch das Alter der Mühle steht nicht genau fest: sie soll "1868 oder einige Jahre vorher" (Ingo Hashagen: Als sich noch die Flügel drehten...,1986, S. 53) gebaut worden sein.
1950, 2. 10. Nordenham. Die Stadt kann erstmals mit Wasser aus dem Wasserwerk Feldhau-sen (Feldhauser Sprudel) versorgt wer-den. Bis dahin hatte der alte Stadtbezirk Nordenham sein Trinkwasser aus der Weser gewonnen, das bei tiefer Ebbe gelegentlich brackig schmeckte, wäh-rend die Menschen in der alten Ge-meinde Blexen Regenwasser, das in Zi-sternen gesammelt wurde, tranken, wenn sie nicht auf Brunnen angewiesen waren. Diese Zustände änderten sich in den folgenden Jahren gründlich.
1950 Nordenham. Das Zweigwerk der "We-serflug" in Einswarden wird demontiert, aber die Hallen bleiben stehen.
1950, 1. 3. Abbehausen. Auf der Domäne Infeld wird die "Marschversuchsstation für Nieder-sachsen" eingerichtet. Seit 13. August 1953 "Grünlandlehranstalt".
1950 Brake: Der Landkreis Wesermarsch zählt im Dezember 1950 2167 Beschäftigte und 9.169 Arbeitslose, was einer Quote von 28,4 Prozent entspricht. Die Prozentzahl sinkt zwar bis zum Dezember 1953 auf 21,2 Prozent, aber trotzdem kommen noch auf 2045 Beschäftigte 6.504 Arbeitslose. Die Ver-besserung ist nicht durch eine höhere Produktivität erreicht worden, sondern durch die Abwanderung nach Süd-deutschland, wo der Wirtschaftsauf-schwung früher einsetzte als im Norden. Dementsprechend sank die Bevölkerung der Wesermarsch von 112.549 im Jahre 1950 auf 106.434 im Jahre 1953. Der Anteil der Flüchtlinge und Vertriebenen war im gleichen Zeitraum von 34,6 Prozent auf 30 Prozent zurückgegangen. Auch in den folgenden Jahren bleibt die Wesermarsch zurück. Im Jahre 1956 beträgt die Arbeitslosenzahl immer noch 9,6 Prozent, während im Bundesdurch-schnitt mit 3,3 Prozent die Vollbe-schäftigung bereits erreicht ist.
1950 Wilhelmshaven: Im Frühjahr 1950 liegt in Wilhelmshaven die Arbeitslosigkeit bei 32 %, also dreimal so hoch wie der Bundesdurchschnitt.
1950 Jever. Der Pulverturm in Jever wird abgebrochen.