-1956-1959

1956 Bremen: Prof. Dr. Ing. e. h. Henrich Focke entwickelt für Borgward den dreisitzigen Hubschrauber "Kolibri" und schließt damit an eine alte Tradition an, denn Focke hatte bereits 1936 den ersten praktikablen Drehflügler der Welt gebaut.
1956, 1. 3. Bremen: Seit der Befreiung, also prak-tisch seit 1947, sind in Bremen 68.000 Wohnungen neu gebaut worden. Das entspricht in etwa der Zahl der Heime, die während des Krieges durch Bomben zerstört wurden. Das bedeutet natürlich nicht, dass es keine Wohnungsnot mehr gab. In der Tat litt die Stadt bereits 1939 unter einem Defizit auf diesem Gebiet und überdies sind ja inzwischen seit 1945 126.321 Flüchtlinge, Vetriebene und andere Zugewanderte in de Stadt gekommen, die alle eine Wohnung suchen. Aber immerhin ist der Fortschritt spürbar.
1956, 31. 1. Bremen. Die Weser wird wegen Eisgangs für die Binnenschiffahrt gesperrt. Der Verkehr kann erst am 12. März wieder aufgenommen werden.
1956, 3. 3. Bremen. Deichbruch an der Varreler Bäke.
1956, 3. 4. Bremen. Die ersten Soldaten der Bun-deswehr rücken in die Kasernen in Grohn ein.
1956, 4. 5. Bremen: Seit 36 Stunden streiken die Arbeiter im Goliath-Werk des Borg-ward-Konzerns. Der Ausstand, der gegen den Willen der Gewerkschafts-führung stattfindet, bricht schnell zu-sammen. Bereits am 6. Mai läuft die Produktion wieder an.
1956, 6. 5. Bremen. Die Mormonen (Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage) beziehen ihr Gemeindehaus an der Ecke Emmastraße/Ottilie-Hoffmann-Straße.
1956, 22. Mai Bremen. Ein Streik der Böttchergesellen wird beendet. Er hatte vier Monate lang gedauert (...und niemand hat es gemerkt)
1956, 1. 6. Bremen. Das Schulschiff "Deutsch-land" macht in der kleinen Weser, unterhalb der Eisenbahnbrücke, fest.
1956, 14. 7. Bremen. Das Freibad im Schlosspark wird eingeweiht.
1956, 25. 7. Bremen. Helmut Budelmann, dreißig Jahre alt und immer noch unvereiratet, fegt den Domshof und belebt damit einen alten Brauch neu, der inzwischen an vielen Orten nachgeahmt wird.
1956, 13. 8. Bremen. Nordwestlich der Doggerbank sinkt der Logger "Adolf" aus Vege-sack mit 18 Mann Besatzung, von denen keiner überlebt.
1956, 8. 9. Bremen. Evangelist Günther Kusche beginnt den Bremer Evangelisations-feldzug der "Welterweckungsmission" im Weser-Stadion vor 41 Zuhörern. Er-wartet hatte er 30.000,
1956, 9. 9. Bremen. Die neue St.-Wilhadi-Kirche wird eingeweiht.
1956, 20. 9. Bremen. In der neuen Gartenstadt Vahr wird der Richtkranz für alle Wohnungen hochgezogen, die die Gewoba in diesem Jahr baut. Er gilt für 3442 Wohnungen und 138 gewerbliche Räume - das größte Richtfest, das in Bremen jemals gefeiert wurde.
1956, 23. 11. Bremen. Mit der Einweihung der Aula der Oberschule am Waller Ring ist der Wiederaufbau dieses Instituts abge-schlossen.
1956, 25. 11. Bremen. Die neue evangelische Kir-chengemeinde Vahr eröffnet ihre Arbeit mit einem Gottesdienst im Haus Wienhauser Str. 17.
1956 Bremen: Fast alle kriegszerstörten Wohnungen sind wieder bewohnbar. Damit ist der erste Abschnitt des Wiederaufbaus abgeschlossen. Da aber der Zustrom neuer Einwohner anhält, baut Bremen von 1957 bis 1967 zusätzlich 85.000 Wohnungen, davon 30.000 in neuen Siedlungen.
1956 Bremen: Bau des Grohner Hafens. Er dient im wesentlichen als Liegeplatz für Privatyachten.
1956 - 1957 Bremen: Das Dorf Mittelsbühren wird abgerissen. Auf der Fläche werden das Stahlwerk von Klöckner gebaut.
1956, 29. 1. Tarmstadt. Auf dem Kleinbahnhof läuft "Jan Reiners" um 0.30 Uhr zum letzten Mal ein. Die Kleinbahn hatte am 4. Oktober 1900 ihren Betrieb aufgenom-men. Jetzt wird sie durch eine Buslinie ersetzt, die von Bremen über Tarmstedt bis Zeven geht.
1956, 19. 8. Bremerhaven: Das Hallenbad neben dem Stadttheater wird eröffnet. 2003/04 abgerissen.
1956, 1. 10. Bremerhaven. Auf der Seebeck-Werft beginnt die Fünf-Tage-Woche.
1956, 8. 5. Bremerhaven/Bonn: Der Bundesminister der Verteidigung befiehlt die Errichtung des Marinestützpunktes Bremerhaven.
1956, 1. 7. Bremerhaven: Errichtung der 5. Schiffs-stammabteilung
1956, 25. 7. Bremerhaven/Bonn: Errichtung der Ma-rineortungsversuchsstelle
1956, 24. 9. Bremerhaven: Die Marineortungsschule der Bundesmarine bezieht die Gebäude 9 und 10 der Marineschule. Sie ist am 20. Oktober 1956 arbeitsbereit. Die Technische Marineschule II wird 1982 aufgelöst. Damit endet die Geschichte der Marineschule Wesermünde bzw. Bremerhaven, die 1935 begonnen hatte. Es bleibt die Marine-Ortungs-schule, die seit 1956 besteht.
1956, 30. 10. Bremerhaven: Vier Räumboote werden in Bremerhaven in Dienst gestellt. Es sind die ersten Kriegsschiffe der Bun-desmarine in dem Stützpunkt.
1956 Nordenham: Auf dem Gelände der "Weserflug" wird wieder produziert, wenn auch noch keine Flugzeuge, sondern Behälter, Schiffsaufbauten und dergleichen. Ab 1963 bauen die "Ver-einigten Flugtechnischen Werke" in Einswarden wieder Flugzeuge (seit 1982 Messerschmidt-Bölkow-Blohm GmbH).
1956: Nordenham: An der Blexer Hörne, wo einst der Hafen des Flugplatzes gebaut werden sollte, entsteht der Dockbauplatz der Guten-Hoffnungs-Hütte. Bis 1990 werden her Schwimmdocks gebaut.
1956 Burhave: Der überaus stattliche Galerie-Holländer an der Schulstraße verliert Flügel, Kappe und Mühlendach und bleibt so als unansehnlicher Stumpf stehen. Die Mühle wurde 1859 errichtet, wurde 1874 durch einen Brand schwer beschädigt, anschließend aber wieder aufgebaut.
1956 Esenshamm: Im Juni wird die Mühle Esenshamm-Oberdeich abgebrochen. Der Galerie-Holländer wurde 1851 ge-baut.
1956 Schwei: Der Stumpf des stolzen Galerie-Holländers wird abgebrochen, der 1872/73 auf 99 Rammpfählen errichtet worden war. Die Mühle brannte 1909 ab, wurde aber 1910 wieder aufgebaut. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg ließ der Eigentümer eine Dampfmaschien einbauen, im Jahre 1935 kam ein Die-selmotor hinzu. Im Jahre 1942 musste der Müller den Betrieb einstellen. Die Mühle wurde 1946 oder 1947 schwer beschädigt, was zur Folge hatte, dass Flügel und Kappe abgebaut werden mussten.
1956, 10. 6. Lemwerder: Erster Spatenstich zur neuen Heilig-Geist-Kirche. Sie sollte die Nachfolge der einstigen Kapelle gleichen Namens antreten, die 1941 als HJ-Heim gebaut worden war. Der Bau-fortschritt: 5. August 1956 Grund-steinlegung. 15. November 1956 Richt-fest, 23. März 1958 Einweihung.
1956 Dangast: Das Dangaster Siel wird fer-tiggestellt. Es ersetzt das Petershörner Siel, das 1931 gebaut worden war, inzwischen aber als baufällig galt. Durch das Siel werden 32.000 Hektar Land entwässert.
1956 Dangast: Beim Neubau des Dangaster Siels wird ein Grodenstück am Jadebu-sen neu eingedeicht.
1956, 15. 11. Wilhelmshaven: Gründung der "Nordwest-Ölleitung GmbH". Sie baut und betreibt eine Pipeline von Wilhelmshaven nach Köln. Wilhelmsha-ven wird damit zum deutschen zivilen Tiefwasserhafen. Die ersten beiden Tanker laufen am 29. November 1958 den Hafen an der Jade an.
1956, 2. 1. Wilhelmshaven: Die ersten Freiwilligen der Bundesmarine treffen in Wilhelms-haven ein
1956, 6. 6. Wilhelmshaven: Die ersten schwimmen-den Einheiten der Bundesmarine - vier Räumboote der ehemaligen Kriegsmarine aus amerikanischem Eigentum - laufen in Wilhelmshaven ein.
1956, 6. 6. Wilhelmshaven: In dem ehemaligen Reichskriegshafen machen die ersten vier Räumboote der neuen Bundesmarine fest. Sie stammen aus amerikanischen Beständen.
1956, 9. St. Joost: "De oude Held", die schönste Windmühle des Jeverlandes, brennt ab und wird nicht wieder aufge-baut.
1956 Harle. Schöpfwerk (Bau von 1955 - 1959), Binnenhafen, Außenhafen und Schleuse in Harle sind fertiggestellt. 1956/57 kamen neue Gleisanlagen hinzu.

-1957-

1957, 2. 1. Bremen: Auf dem Flughafen startet erstmalig wieder eine Maschine der Deutschen Lufthansa. Damit wird Bremen wieder an das Streckennetz der Lufthansa angeschlossen.
1957, 13. 1. Bremen. Einweihung der neuen Kapelle der Evangelisch-Freikirchlichen Ge-meinde Lesum an der Hindenburgstraße.
1957, 24. 1. Bremen. Eröffnung des neuen Gemein-dehauses der Kirchengemeinde Sebalds-brück.
1957, 10. 3. Bremen. Einweihung der neuen Zions-kirche an der Kornstraße.
1957, 12. 3. Bremen. An den Schulen an der Parse-valdstraße, an der Oslebshauser Heer-straße und an der Neuenrönnebeck werden Turnhallen eingeweiht.
1957, 12. 3. Bremen. Affaire um den Oberbür-germeister Gullasch von Bremerhaven. Dieser wird von den Senatssitzungen ausgeschlossen, weil er sich in einer Rede zur Einweihung des Hotels "Naber" in Bremerhaven in einer Weise geäußert hatte, die vom Senat als beleidigend gewertet wurden. Der Ma-gistrat Bremerhavens billigt die Maß-nahme gegen den Oberbürgermister am 21. März 1957. Gullasch hat seine Äußerungen inzwischen zwar zurück-genommen, aber das Vertrauensver-hältnis zwischen dem Oberbürgermeister von Bremerhaven und dem Senat bleibt gestört.
1957, 14. 3. Bremen: Auf dem Flughafen startet das erste nach der Befreiung in Deutschland konstruierte Flugzeug: die BL 502 der Focke-Wulf-Werke.
1957, 17. 3. Bremen. Einweihung der neuen St.-Ansgarii-Kirche an der Ecke Schwach-hauser Heerstraße/Holler Allee. Der Architekt ist Fritz Brandt. Die alte Ansgarii-Kirche wurde im Zweiten Weltkrieg durch Bomben zerstört-
1957, 1. 5. Bremen. Maikundgebung des DGB. Der Demonstrationszug ist drei Kilometer lang. Er steht unter dem Motto: "Wie-dervereinigung ohne Gewalt - aber bald."
1957, 9. 5. Bremen: Grundsteinlegung für die Sied-lung "Neue Vahr". Sie umfasst 10.000 Wohnungen für etwa 30.000 "Vahro-nen". Sie wird am 12. August 1961 fertiggestellt. Es ist das größte zusam-menhängende Bauvorhaben in der Bun-desrepublik Deutschland.
1957, 12. 5. Bremen. Das "Heidberg-Bad" in Les-um wird eingeweiht. ( Schwarzwälder kennt in seinem Bremen-Lexikon zwar eine "Heidberg-Stiftung"(1927-1982), aber kein "Heidberg-Bad")
1957, 14. 5. Bremen: Der Senat genehmigt zum ersten Mal die Gründung einer Privat-schule und zwar des Gymnasiums von Karl Schweneke an der Holler Allee. Das Institut bezieht am 18. Juni 1958 einen Neubau in Oberneuland.
1957, 21. 5. Bremen. Gründung des Bürgervereins Oberneuland.
1957, 13. 6. Bremen. Die Klöcknerhütte nimmt die Stahlprouktion auf.
1958, 8. 7. Bremen. Die Kläranlage an der Admiral-Brommy-Straße wird in Betrieb genom-men.
1958, 29. 7. Bremen. Abbruch des "Tivoli-Cafés"neben dem Gewerkschaftshaus.
1957, 20. 8. Bremen. Erste Ampelanlage mit Druck-knopf. Sie steht vor der Schule in Oslebshausen.
1957, 12. 9. Bremen: An der St.-Magnus-Straße wird die katholische St.-Marien-Schule eingeweiht.
1957, 22. 9. Bremen. Die Freie Christengemeinde weiht in der Großen Johannisstraße ihre Missions-Kapelle ein.
1957, 29. 9. Bremen. Die lutherische Kirche in Rönnebeck wird nach dem Dichter Paul Gerhardt benannt.
1957, 1. 10. Bremen. In der neuen Vahr ziehen die ersten Mieter ein. Das Kraftwerk des neuen Stadtviertels ist betriebsbereit.
1957, 8. 10. Bremen. Die brasilianische Stadt Rolan-dia erhält einen verkleinerten Roland aus Bremen. Die Stadt war 1932 von Bremer Auswanderern gegründet worden.
1957, 8. l0. Bremen. Der Senat genehmigt, das 16 Figuren von Kaisern und Kurfürsten vom Rathaus in das Focke-Museum versetzt werden. An ihre Stelle treten Kopien.
1957, 7. 12. Bremen: Einweihung des Krematoriums, der Kapelle und der Urnenhalle auf dem Waller Friedhof.
1957, 14. 12. Bremen: Enthüllung einer Büste des Bildhauers Kurt Lettow, die an die Pädagin Agnes Heineman erinnert. Sie steht vor dem Berufsbildungszentrum.
1957 Bremen: Der Flughafen erhält die Rechtsform einer GmbH.
1957-58 Bremen: Christopherus-Kirche in Aumund-Fähr. Architekt: Hans Budde
1957, 2. 5. Bremerhaven: Die Amerikaner überge-ben die Marineschule offiziell an die Bundesmarine
1957, 31. 5. Bremerhaven: Die "US Advanced Base Bremerhaven", die in der Marineschule stationiert war, wird aufgelöst.
1957 Berne: Die Reste des Galerie-Holländer an der Camper Brücke werden beseitigt. Die Mühle wurde 1912 erbaut. Sie lieferte einem Sägewerk die nötige En-ergie, bis ein Motor die Arbeit über-nahm. Das Bauwerk wurde 1948 abge-brochen.
1957 Nordenham: In Einswarden werden wie-der Flugzeuge gebaut.
1957, 2. 6. Wilhelmshaven: Einweihung des Ehren-mals für die Gefallenen der deutschen Flotten in der Christus- und Garni-sonkirche. Der Pfarrer empfängt bei dieser Gelegenheit in der Christuskirche die beiden Großadmiräle des Dritten Reiches, Raeder und Dönitz, die beide in Nürnberg wegen ihrer Kriegsverbrechen verurteilt worden waren. Soldaten der Bundesmarine stehen Spalier. Über dem Denkmal steht die Behauptung "Sie alle starben für ihr Vaterland"! Das ist natürlich gelogen, denn sie starben nicht "für ihr Vaterland", sondern dafür, dass die übelste Ideologe, die der menschliche Geist bislang ausgebrütet hat, in die Tat umgesetzt wurde - wofür sie allerdings den Segen des Marinedekans Ronneberger samt der Großadmiräle Räder und Dönitz hatten, die ihre Opfer natürlich bei besten Pensionen überlebt hatten. Wie ein Pas-tor heute noch eine solche Beschönigung dessen, was nicht beschönigt werden darf, vertreten kann, mag er seinen "Schäfchen" erklären - ich verstehe und billige es nicht.
1957, 12. 8. Wilhelmshaven: Der Flugplatz Mariensiel wird wieder in Betrieb genommen.
1957 Wilhelmhaven: Der Neubau des Inter-nationalen Seminars für Küstendynamik wird bezogen.
1957, 1. 8. Wilhelmshaven: Der Aufbau des neuen Marine-Arsenals beginnt. Die neue Werft baut aber keine neuen Schiffe, sondern beschäftigt sich nur mit Repa-raturen und mit der Materialerhaltung.
1957 Wilhelmshaven: Der Ostanleger versinkt in der Jade. Der Schiffsverkehr zwischen Wilhelmshaven und Wangerooge wird eingestellt.

-1958-

1958, 2. 2. Bremen. Das neue evangelische Ge-meindehaus in Vegsack wird eingeweiht.
1958, 1. 3. Bremen. Der bisherige Pfarrbezirk Aumund-Fähr wird eine selbständige Gemeinde der bremischen Kirche.
1958, 19. 3. Bremen. In der Textilindustrie Bremens geht ein Streik zu Ende, der neun Wo-chen andauerte. Er bringt eine Lohner-höhung von 17 Pfennigen in der Stunde.
1958, 19. 4. Bremen. Im Weser-Stadion ist die Flutlichtanlage fertig. Sie wird am 11. Mai 1958 mit einem Leichtathelatik-Sportfest und einem Fußballspiel des SV Werder-Bremen gegen die brasilia-nische Mannschaft von Canto de Rio eingeweiht.
1958, 20. 4. Bremen. Der Senat verkündet das Ge-setz über die Volksbefragung zur Be-waffnung der Bundeswehr mit Atom-waffen. Damit stellt sich die Regierung in Bremen gegen die Bundesregierung, die solche Aktionen für verfassungsidrig hält.
1958, 23. 4. Bremen. In der Hansestadt bildet sich ein Ausschuss, der unter dem Slogan "Kampf dem Atomtod" gegen die Aus-rüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen agitiert und zu diesem Behufe eine Volksbefragung organisieren möchte. Bremen ist ein Schwerpunkt in dieser bundeseiten Kampagne.
1958, 1. 5. Bremen. Zum "Tag der Arbeit" de-monstrieren in der Hansestadt 80.000 Menschen gegen die geplante Atombe-waffnung der Bundeswehr. Es ist die größte Mai-Demonstration seit der Befreiung, wahrscheinlich in der Ge-schichte Bremens überhaupt.
1958, 18. 7. Bremen: Zwischen der Grenzstraße und der Elisabethstraße werden die Plasti-ken "Jüngling mit dem Richtkranz" von Paul Halbhuber, Bremen, und am Hoch-haus in der Hansestraße der "Pytha-goras" von Karl Wenke, Berlin, enthüllt.
1958, 10. 8. Bremen. Der Sportplatz "In den Sandwehen" des Neurönnebecker Turnvereins wird eingeweiht.
1958, 26. 8. Bremen. Neue Volksbücherei in Blu-menthal.
1958, 30. 10. Bremen. Die Gewoba feiert das Richtfest von 2261 Wohnungen in der neuen Vahr und in Huchting.
1958, 7. 12. Bremen. Das Gemeindehaus der evan-gelischen Kirchengemeinde St. Remberti an der Friedhofstraße ist fertig gestellt.
1958-1959 Bremen: Bau der Auferstehungskirche im Neubaugebiet von Hastedt. Der Architekt ist Carsten Schröck.
1958/59 Bremen. Bau der St. Georg-Kirche in Horn. 1964/65 wurde der 30 Meter hohe Turm hinzugefügt.
1958-1961 Bremerhaven. Bau des Geestesperr-werks. Es wird gerade rechtzeitig fertig, um die Stadt im Februar 1962 vor einer Katastrophe zu bewahren.
1958 Bremerhaven: Georg Dryga baut auf dem Friedhof in Wulsdorf ein Denkmal, das an die Opfer des Naziterrors erin-nert.
1958, 1. 10. Bremerhaven: An Bord eines Truppen-transporters trifft der Gefreite Elvis Presley in Bremerhaven, "Port of Em-barcation", ein. Er wurde von Tausen-den Jugendlicher begeistert begrüßt.
1958, 14. 6. Wüstewohlde. Die neue Jugendherberge (gebaut 1957-58) wird ihrem Zweck übergeben. Im Jahre 1888 entdeckte Johann Hagemann (1916 gefallen) den Platz für die Jugendgruppen, die damals entstanden, und die hier zelteten, wobei ein altes Schulhaus als Stützpunkt diente. Im Jahre 1912 (vielleicht auch 1913) gelang es ihm, auf dem Platz eine Baracke zu errichten, in der die Jungen auf dem nackten Boden schliefen. Sie wurde 1920 verkleinert, zugleich aber auch komfortabler eingerichtet. 1932 entstand auch eine Badeanstalt. Wüstewohlde wurde zunächst besonders von der Arbeiterjugend genutzt.
1958, 30. 4. Wilhelmshaven: Auf dem Heppenser Groden wird die letzte 38-Zentimeter-Granate der "Tirpitz" entschärft.
1958, 29. 11. Wilhelmshaven: An der Löschbrücke vor dem Heppenser Groden macheen die ersten beiden Öltanker fest, nämlich die "ESSO Deutschland" und die "British Energy". Der Ölumschlag steigt von 300.000 Tonnen im Jahre 1958 auf 20.500.000 Tonnen im Jahre 1968.
1958 Wangerooge: Der Ostanlager wird aufgegeben. Im Jahre 1960 verschwinden auch die Gleise.

-1959-

1959, 1. 1. Bremen. Von der evangelischen Kirchengemeinde Hastedt wird ein Pfarrbezirk abgetrennt und verselb-ständigt. Der neue Name: Evangelische Auferstehungsgemeinde. Der Festakt zu diesem Anlass findet am 18. Januar 1959 statt. Die neue "Auferstehungskir-che"wird am 31. Mai 1959 eingeweiht.
1959, 13. 1. Bremen. Staatsminister a.D. Alfred Lorentz entzieht sich einer Gerichtsver-handlung durch Flucht mit der Folge, dass nach ihm gefahndet werden muss. Der Politiker, der zuletzt Vorsitzender der Deutschen Aufbau-Vereinigung war, musste sich wegen Verleitung zur Falschaussage und versuchter Anstif-tung zum Meineid verantworten. Er wurde am 13. 2. 1959 wegen dieser Vergehen zu dreieinhalb Jahren Zucht-haus verurteilt. Damit endet eine der zahlreichen Versuche eine weitere Partei in der politischen Szene zu etablieren, wie sooft, mit einem Skandal.
1959, 15. 1. Bremen. Auf dem Flughafen landet eine Maschine aus Tokio, die zum ersten Mal die Route über den Nordpol benutzt hat.
1959, 1. 3. Bremen. Die Betriebsanlagen der "Trümmer-Verwertungs-Gesellschaft werden abgebrochen. Die Firma stellte aus Ziegelsteinen, die man aus den bremischen Ruinen holte, Splitt her. Inzwischen ist aber der "Rohstoff" ausgegangen.
1959, 3. 4. Bremen. Enthüllung der Bronzeplastik "Einheit" von Seff Weidl in der Gartenstadt Vahr.
1959, 6. 5. Bremen. Einweihung des neuen Zen-trums der evangelischen Remberti-Gemeinde.
1959, 9. 5. Bremen. Auf dem Neuenlander Feld wird eine Halle des Bremer Vereins für Luftfahrt eingeweiht. Sie ist dazu bestimmt. Sprotflugzeuge aufzunehmen.
1959, 24. 5. Bremen. Einweihung des neuen Gemeindehauses in Arsten.
1959, 31. 5. Bremen. Einweihung der neuen Auferstehungskirche.
1959, 9. 4. Bremen. Der Schulneubau an der Ker-schensteinerstraße wird eingeweiht.
1959, 17. 4. Bremen. Der erste Hochofen der Klöck-ner-Hütte wird angeblasen.
1959, 24. 6. Bremen. In der Gartenstadt Vahr nennt sich die erste der drei neuen evan-gelischen Gemeinde "Epiphanias-Ge-meinde".
1959, 1. 7. Bremen: Auch die beiden anderen Ge-meinden in der Gartenstadt Vahr erhal-ten namen, nämlich "Dreifaltigskeits-Gemeinde" und "Heilig-Geist-Ge-meinde".
1959, 11. 8. Bremen. Weihe der St.-Bonifazius-Kirche an der Ecke Leipziger Stra-ße/Magdeburger Straße
1959, 12. 8. Bremen. Weihe der katholischen St.-Ni-kolaus-Kirche in Gröpelingen.
1959, 22. 8. Bremen. Die Westkrypta des Doms wird Taufkapelle.
1959, 16. 9. Bremen. Die Windmühle in Arbergen ist wieder hergestellt.
1959, 18. 9. Bremen: Die Gewoba feiert das Richtfest für 3.479 Wohnungen in der Neuen Vahr und in Huchting. Am 22. September 1959 begeht die Gemeinnützige Wohnungs-bau- und Siedlungsgenossenschaft Bre-men-Nord das Richtfest von 685 Woh-nungen am Neuenkirchener Weg in Blumenthal und die Nordbremische Ge-sellschaft für Wohnungsbau feiert am 25. September an der verlängerten Rot-dornallee das Richtfest für 69 Eigen-heime. Schließlich gibt es noch an dem-selben Tag an der verlängerten Wätjen-straße ein Richtfest für 164 Wohnungen der Beamten-Baugesellschaft Bremen. Die Baukonjunktur ist entschieden über-hitzt.
1959, 18. 10. Bremen. Die evangelische Kirche Bre-mens hat zwei neue Häuser fertigge-stellt: Am Himmelskamp wird das neue Zentrum der evangelischen Kirchenge-meinde Blumenthal, Bezirk Lüssum-Bochorn, eingeweiht. Gleichzeitig wird das neue Zentrum bei St. Stephani seiner Bestimmung übergeben.
1959, 15. 11. Bremen. In Grambke wird ein Mahnmal eingeweiht, das an die Opfer der beiden Weltkriege erinnert
1959, 16. 11. Bremen. Die Straßenbahnlinie 24 /Neue Vahr-Schwachhauser Heerstraße 9 nimmt ihren Betrieb auf.
1959, 24. 12. Bremen. Der Senat weigert sich, dem Verfasser der "Blechtrommel" den "Bremer Literaturpreis" für 1960 zu-zuerkennen. Daraufhin treten die Jury-Mitglieder Rudolf Hirsch, Benno v. Wiese und Erhart Kästner zurück. Der Senat beharrt aber, wie er am 5. Januar 1960 mitteilt, bei seiner Entscheidung. (Jeder blamiert sich so gut, wie er kann)
1959, 31. 12. Bremen. In Blumenthal stellt die Yacht- und Bootswerft Havighorst ihren Betrieb ein. Das Unternehmen wurde 1856 von Harm Havighorst gegründet und be-schäftigte zeitweilig 120 Arbeiter. Die Firma war auf den Bau von Rettungs-booten für Passagierdampfer spezia-lisiert.
1959-1962 Bremen: In der Neuen Vahr wird das Aalto-Hochhaus gebaut. Es ist 65 Meter hoch und hat 22 Stockwerke. (Alvar Aalto aus Finnland war einer der avantgardistischen Architekten seiner Zeit. Er lebte von 1898-1975.)
1959 Bremen: Gemeindezentrum "Zum Guten Hirten". 1962 Kirche.
1959, 3. 2. Bremen: Die Bürgerschaft erlässt ein Gesetz "betreffend die bauliche Gestal-tung des Schnoor-Viertels und der Umgebung der St. Johanniskirche". Da-durch wurde der Verfall des Viertels, das heute eine wichtige Touristen-Attraktion Bremens ist, verhindert.
1959, 27. 12. Bremen: Im Haus Lange Straße 27 wird das Jazz-Lokal "Lila Eule" eröffnet. Am 4. Januar 1965 wird das Lokal in das Haus Bernardstr 10/11 im Oster-torviertel verlegt. Hier entwickelt es sich unter der Leitung von Gert Settje und Olav Dinnè zum Zentrum oppo-sitioneller Jugendlicher. Am 17. Novem-ber 1967 spricht hier Rudi Dutschke und hier fand auch am 12. Dezember 1967 die Versammlung statt, die die Stras-senbahn-Unruhen einleitete. Das Lokal wurde am 31. Mai 1970 vorübergehend geschlossen und dann am 28. August 1970 wieder eröffnet.
1959-60 Bremen: Bau der Epiphanias-Kirche in der Gartenstadt Vahr.
1959, 18. 10. Bremen: Einweihung der Johann-Hin-rich-Wichern-Kirche in Lüssum-Bock-horn. Das Gemeindehaus wird am 24. Juni 1973 bezogen.
1959, 3. 7. Bremerhaven. Die letzte "Bremen" (ex "Pasteur") wird in Dienst gestellt und läuft am 7. 7. zu ihrer ersten Fahrt von Bremerhaven nach New York aus. 60.000 "Sehleute" verabschieden den Liner. Die "Bremen V" war 1939 als "Pasteur" gebaut worden, wurde dann aber im Zweiten Weltkrieg und in den Kolonialkriegen Frankreichs als Trup-pentransporter eingesetzt. Der Nord-deutsche Lloyd kaufte das Schiff 1957 und ließ es dann vom Bremer Vulkan 1958/59 umbauen. Ab 1960 Einsatz zu Kreuzfahrten. Ab 1. September 1970 ging die "Pasteur" in das Eigentum der neuen Reederei Hapag-Lloyd über, die das Schiff 1972 verkaufte. Am 9. Juni 1980 ist die ehemalige "Pasteur" im Indischen Ozean gesunken.
1959-1960 Brake: Der optische Telegraph an der Heukaje wird zu einem Schiffahrtsmu-seum umgebaut.
1959 Lemwerder: In diesem Jahr stellt eine der ältesten Weserfähren ihren Betrieb ein. Die Verbindung zwischen Mittelsbühren und Hasenbühren bestand seit dem 15. Jahrhundert, vielleicht war sie auch älter, nur lässt sich das nicht mehr dokumentieren. Seit 1648 bis zum Ende der "Fähreree" betrieb die Fa-milie Imhoff das Geschäft.
1959-63 Varel: Bau des Schöpfwerks Petershörn.
1959, 1. 10. Jever: Die Kirche brennt - zum wievielten Male? - aus. Lediglich der Chor mit dem Grabmal Edo Wiemekens d. J. kann erhalten bleiben.
1959, 24. 12. Wilhelmshaven: Die frühere Elisabeth- und nunmehrige Christus- und Garni-sonkirche wird nach der Beseitigung der Kriegsschäden neu eingeweiht. Ein Denkmal erinnert an das Segelschul-schiff "Niobe", das am 26. Juli 1932 mit 69 Männern bei Fehmarn sank,
f1959 Esens: Steinsetzermeister Theinert errichtet auf dem Westteil des jüdischen Friedhofs einen Gedenkstein. Der Platz wird gärtnerisch gestaltet. In Esens wurden bereits 1945 briefliche Kontakte zwischen einzelnen Einwohnern der Stadt mit vertriebenen Juden aufgenom-men. Auf diese Weise beginnt ein Prozess, den man als "aktive Vergan-genheitsbewältigung" bezeichnen könn-te.