-1960-1962-

1960 Bremen. Die Weser wird auf 8,7 Meter vertieft. Der Ortsteil Lankenau wird deshalb abgerissen. Auch in Seehausen selbst müssen 23 Häuser abgerissen werden. Der ganze Ort soll laut Flächen-nutzugsplan Industrie- und Vorratsge-lände werden, wogegen sich die Bevöl-kerung in Seehausen wehrt.
1960-64 Bremen. Bau des Neustädter Hafens
1960 Bremen: Gründung der ERNO-Raum-fahrttechnik
ab 1960 Bremen: Erschließung des Industrie- und Gewerbegebiets Mahndorf.
1960-61 Bremen: Bau der Martin-Luther-Kirche. Das dazu gehörige Gemeindezentrum entstand schon 1953/54. Das erste Ge-meindehaus baute man bereits 1898 an der Sommerstraße. Im Jahre 1920 wurde bereits ein Verein gegründet, der den Bau der Kirche betrieb. Die Zeitläufte brachten es mit sich, dass der Plan erst 1961 realisiert wurde.
1960, 13. 2. Bremen. Die Kirchengemeinde Neue Vahr I heißt in Zukunft "Evangelische Christusgemeinde in der Vahr".
1960, 21. 4. Bremen. Gründung des Bürgervereins Horn-Lehe. In dr Stadt bestehen zu diesem Zeitpunkt 19 Gruppen dieser Art.
1960, 1. 5. Bremen. Mai-Kundgebung des DGB mit 70.000 Teilnehmern
1960, 28. 5. Bremen. Die Fähre "Berne-Far-ge"wird in Dienst gestellt.
1960, 26. 6. Bremen: In der Gartenstadt Vahr wird die Epiphanias-Kirche eingeweiht.
1960, 9. 7. Bremen. Der Werder-See wird geflutet.
1960, 11. 7. Bremen. Der Brunnen von Paul Halbhuber an der Einmündung der Karl-Lerbs-Straße in die Thalheimer Str. wird der Öffentlichkeit übergeben.
1960, 1. 8. Bremen. Die Bundeswehrkasernen in der Vahr sind fertig und werden von deen Soldaten bezogen.
1960, 13. 8. Bremen: Bischof Janssen von Hildesheim weiht die neue "Heilig-Kreuz-Kirche am Treuburger Platz in Lüssum. Sie ist auch Garisonkirche für die katholischen Soldaten in Schwanewede.
1960, 3. 9. Bremen. Die Neuapostolische Gemeinde in Hastedt weiht ihre neue Kirche am Alten Postweg ein.
1960, 2. 10. Bremen: Die Christuskirche und das dazu gehörige Gemeindezentrum in der Neuen Vahr werden eingeweiht. Die Architekten sind Enno Huchting und Karl Heinz Lehnhoff.
1960, 6. 10. Bremen. Die evangelische Kirche der Stadt weiht am Franziuseck ihr "Haus der Kirche" ein.
1960, 3. 10. Bremen. Der 20. Bürgerverein Bremens wird gegründet, diesmal in Kattenesch.
1960, 3. 10. Bremen. Carl f. W. Borgward verlangt und erhält von Bremen einen Kredit, weil er sonst seine Zahlungen einstellen müsse. Trotzdem werden am 17. Okto-ber 1960 insgesamt 2.250 Mitarbeiter entlassen, weil die Produktion zurückge-gangen ist. Beginn der Borgward-Krise.
1960, 29. 10. Bremen. Weihe der St.-Antonius-Kirche in Osterholz.
1960, 6. 11. Bremen. Das neue Gemeindezentrum der evangelischen St.-Martini-Gemeinde in Lesum wird eingeweiht.
1960, 17. 12. Bremen: Zum ersten Mal seit der Befreiung kann in St. Martini wieder ein Gottesdienst stattfinden.
1960, 18. 12. Bremen. Erster Gottesdienst in der neuen Kirche des Diakonissenhauses.
1960, 22. 12. Bremen. Die neue Große Weserbrücke" wird eingeweiht. Am 6. Februar 1961 wird die alte Brücke für den Verkehr gesperrt. Am 18. April 1961 beginnt der Abbruch der alten Weserbrücke.
1960, 13. + 14. 8. Bremen: Bischof Heinrich Maria Janssen weiht die Katholische Kirche in Lüssum-Bockhorn. Sie trägt den Namen "Heilig-Kreuz". Sie ist der erste katholische Kirchenneubau nach der Befreiung in Bremen-Nord.
1960 - 1963 Bremerhaven: Bau der Wulsdorfer Ram-pe. Die Straßenbrücke über die Eisen-bahnanlagen wird am 23. September 1963 dem Verkehr übergeben.
1960, 16. 10. Bremerhaven. Der Wiederaufbau der "Bürgermeister-Smid-Gedächtnis-Kir-che" ist abgeschlossen.
1960 Schweiburg: Der Galerie-Holländer wird abgebrochen.
1960 Brake: Musikkapelle der Fettraffinerei gegründet. Sie hat zunächst 15 Mitglie-der. 1961 ist ihr erster öffentlicher Auftritt, als das neue Sozialgebäude des Unternehmens eingeweiht wird.
1960-1963 Wilhelmshaven: Bau des Hallenbades zwischen Kieler Straße und Mozart-straße.


-1961-

1961 Bremen. Die GEWOBA schenkt der Stadt Bremen das Herbert-Ritze-Bad an der Kurt Schumacher-Allee. Es wird 1993 stillgelegt und dann von der GEWOBA zurückgekauft, die es bis zum Jahre 2000 zum heutigen Vital-Bad umbaut.
1961, 21. 1. Bremen. In der Weserstraße bezieht die Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Ad-ventisten in Vegesack ihr neues Ge-meindehaus.
1961. 27. 1. Bremen: In der Elisabethstraße ist das Gemeindehaus der Immanuelgemeinde fertiggestellt.
1961, 21. 3. Bremen: Der Senat bechließt, den Plan einer Universitätsgründung wieder auf-zunehmen. Am 1. November 1961 beruft er den Gründungsausschuss. Der Bau der Universität beginnt am 15. Juli 1969. Die ersten Gebäude sind am 13. April 1974 fertiggestellt. Die offizielle Eröff-nung der Universität war bereits am 1. Oktober 1971 erfolgt.
1961, 30. 3. Bremen: Das Parkhochhaus am Bahnhof wird eingeweiht.
1961, 12. 4. Bremen. Die "Stadtwaage" ist wieder aufgebaut.
1961, 14. 4. Bremen. Der Afrika-Forscher Gerhard Rohlfs aus Vegesack erhält in seinem Heimatort ein Denkmal. Es wurde on dem Bremer Bildhauer Paul Halbhuber gestaltet und steht im Fährgrund.
1961, 26.4. Bremen: In Huchtig wird eine Skulptur von Seff Weidl aufgestellt. Es ist eine Brunnenschale mit einer Frauengestelt, genannt "Die Ruhende".
1961, 14. 5. Bremen. Im Land werden der "Bund für Gotteserkenntnis (L) e. V. und der Verlag "Hohe Warte" verboten. Die Maßnahme wird am 28. November 1963 durch ein Urteil des Verwaltungsge-richts aufgehoben, weil das Land Bre-men nicht zuständig war. Der Verein hatte seinen Sitz in Bayern, also konnte ein Verbot nur durch die Landesregie-rung in München ausgesprochen werden.
1961, 27. 7. Bremen: Alle Betriebsgesellschaften des Borgward-Konzerns stellen die Zahlun-gen ein.
1961, 12. 9. Bremen. Die Eisenbahnbrücke über die Weser wird eingeweiht. Zunächst wird nur ein Gleis für den Verkehr freigege-ben.
1961, 18. 9. Bremen. Die Hemelinger Windmühle wird gesprengt. Sie war baufällig.
1961, 19. 9. Bremen: Die Hochgarage am Brill ist fertig und wird benutzt.
1961, 3. 10. Bremen: Gründung der Verbraucher-zentrale Bremen e.V.
1961, 8. 10. Bremen. Einweihung der Kirche an der Hemmstraße. Sie gehört der St. Micha-elis/Luther-Gemeinde.
1961, 8. 10. Bremen. Vor der Blumenthaler Volksbü-cherei wird die Plastik "Abel mit der Mudharmonika" von Marie Luise Lentz aus München aufgestellt. Sie stellt die Titelfigur des gleichnamigen Romans von Manfred Hausmann dar.
1961, 31. 10. Bremen: Die Eisenbahn stellt den Personenverkehr zwischen Bremen und Farbe ein. Der Güterverkehr wird fortgesetzt.
1961, 12. 11. Bremen. Einweihung des Gemeindehau-ses der evangelischen St.-Georgs-Ge-meinde in Huchting.
1961, 15. 11. Bremen. Rauchverbot in den Fahrzeugen der Bremer Straßenbahn.
1961, 19. 11. Bremen: Einweihung des Gefallenen-Ehrenmals in Borgfeld von Paul Halb-huber.
1961, 26. 11. Bremen: Einweihung des Mahnmals für die Opfer der beiden Weltkriege in Woltmernshausen.
1961, 12. 12. Bremen: Das Fährschiff "Blumen-thal"legt zum ersten Mal in Motzen an.
1961, 23. 12. Bremen. Kurt Hübner wird für fünf Jahre zum Generalintendanten in Bremen Bremen bestellt. Damit beginnt die die "Ära Hübner", die als der Höhepunkt der bremischen Theatergeschichte be-zeichnet werden kann.
1961 Bremen. Bau des Siemens-Hochhauses am Bahnhof
1961, 31. 1. Bremen: Die Bremer Nachrichten melden: "Die Bremer Automobilfirma Carl F. W. Borgward ist nach Äuße-rungen in Senatskreisen zahlungsunfähig geworden." (Brandhuber: Die Insolvenz eines Familienkonzerns. 1988, 316) Da-mit endet eine der erstaunlichsten Kar-rieren der deutschen Wirtschaftsge-schichte. Borgward war ein "Selfmade-man", wie er im Buche steht. Er begann seine Laufbahn im Jahre 1919 mit einem Kapital von 1000 Mark, mit dem er Teilhaber einer kleinen Firma wurde, und stieg im Dritten Reich zum "Wehrwirtschaftsführer" (1938) und Konzernchef auf. Nach der Befreiung wurde Borgward drei Jahre lang inter-niert, während seine Fabrik in Trümmer lag. 1948 begann er mit dem Wieder-aufbau seines Konzerns, der am Ende 16.300 Menschen beschäftigte, von denen 15.200 zum 31. Juli 1961 ent-lassen wurden. Was heute eine Kata-strophe wäre, erwies sich damals jedoch als reparabel, denn: "Bis zum Jahres-wechsel 1961/62 hatten - außer teil-weise den Schwerbeschädigten - fast alle von der Liquidation der Borgward-Gruppe Betroffenen eine neue Arbeits-stelle." (Brandhuber: Die Insolvenz eines Familienkonzerns. 1988, S. 352) Die Abwicklung des Unternehmens zog sich über Jahre hin. Erst am 25. Sep-tember 1969 wurde die Firma "Borg-ward AG" im Handelsregister Bremens gelöscht. Über die Ursache des Bank-rotts gibt es eine umfangreiche Lite-ratur. Dass die Schuldigen etwa bös-artige Bankenmanager waren, die der Firma im Augenblick den Krise den entscheidenden Kredit verweigerten, durch den der Konzern hätte gerettet werden können, kann man getrost als eine Legende bezeichnen, die in solchen Fällen immer auftaucht. In der Tat gab die Verweigerung eines vergleichsweise minimalen Darlehens den Anstoß dazu, dass das marode Firmengebäude des Borgward-Konzerns zusammenbrach. Ich glaube aber, dass die eigentliche Ursache in der Person des Unterneh-mers lag, der nie begriffen hat, dass ein Konzern anders geführt werden muss, als der kleine Betrieb in Bremen-Hastedt. Anders als der Vareler Allmers, der das einsah und sich rechtzeitig zurückzog, um anderen die Verantwor-tung zu überlassen, blieb Borgward der "Herr im Hause", der niemand neben sich duldete -und das wurde ihm ebenso wie vielen anderen zum Verhängnis. Rückblickend kann man wohl sagen, dass die Entscheidung im Jahre 1958 fiel. Damals wurde den Kaufleuten im Hause deutlich, dass der Konzern zwar technisch auf der Höhe der Zeit stand, jedoch über zu wenig Kapital verfügte. Es wurden verschiede-ne Lösungsvorschläge für dieses Pro-blem erarbeitet, die jedoch alle darauf hinausliefen, dass Borgward die alleinige Führung hätte aus der Hand geben müssen und dazu war der Patriarch, wie gesagt, nicht bereit. Hinzu kamen menschliche Konflikte auf der Füh-rungsebene, die der Prinzipal nicht mehr beilegen konnte, und wollte, und so zerbrach ein Lebenswerk - eine Tra-gödie, die sich in Deutschland vielfach, etwa im Fall Grundig, widerholen sollte. Dass der Bankrott im Grunde nicht gerechtfertigt war, zeigte sich, als der Schlusstrich unter die Unternehmensge-schichte gezogen wurde: Borgward konnte alle Schulden bezahlen! Geblie-ben ist eine Legende, nämlich die "Isabella", das erfolgreichste Auto, das in Sebaldsbrück gebaut wurde und bis heute im Gedächtnis der Fans blieb, gelegentlich sogar bei Oldtimer-Treffen auch noch zu sehen ist.
1961 Bremen: Die Zuwanderung der Türken beginnt. In Gröpelingen konzentrieren sich die Immigranten. Es entsteht ein türkisches Milieu. Die Lindenhofstraße wird gerne als "Klein-Istanbul" bezeichnet.
1961 Bremen. Die "Evangelische Diakoni-ssenanstalt", das "Diako", zieht an die Gröpelinger Heerstraße. Hier ent-steht in den folgenden Jahrzehnten das zentrale Versorgungskrankenhaus des Bremer Westens mit 446 Betten und rund 1000 Beschäftigten im Jahre 2002.
1961, 30. 8. Bremen: Einweihung der neuen Synago-ge an der Schwachhauser Heerstraße.
1961, 16. 6. Bremen: Gründung der Bremer Tabak-börse.
1961, 1. 4. Vegesack. Am Fährgrund wird ein Denkmal eingeweiht, das an den aus Vegesack stammenden Afrika-Forscher Gerhard Rohlfs erinnert
1961 Blumenthal: Der Schienenverkehr mit dem Ort wird eingestellt.
1961, 27. 9. Bremerhaven: Einweihung des Geeste-sperrwerks
1961, 6. 2. Bremerhaven: Wiedereröffnung des Morgenstern-Museums. Schwerpunkt der Sammlung ist die Darstellung der Funde in der Feddersen Wierde. Die alten, seit 1896 gesammelten Bestände wurden im Zweiten Weltkrieg weitgehend vernichtet.
1961, 1. 7. Nordenham. Die Firmen "Weser"-Flugzeugbau GmbH, Focke-Wulff GmbH und Hamburger Flugzeugbau gründen den "Entwicklungsring Nord/ERNO" mit dem Ziel, ein eigenes Kurzstrecken-flugzeug (für Strecken zwischen 150 und 600 km) zu entwickeln. Die Maschine wird auch tatsächlich gebaut und startet am 1971 zu ihrem ersten Flug. Am 1. Februar 1972 stürzt jedoch eine der beiden Vorserien-Maschinen während eines Erprobungsfluges ab, wobei ein Besatzungsmitglied ums Leben kam. Das Testprogramm wird aber fortgesetzt und dadurch abgeschlossen, dass das Luftfahrtbundesamt am 23. August 1974 der VFW 614, so die Typen-Bezeichnung, die Musterzulassung erteilte. Am 1. April 1973 begann dann die Serienfertigung, bei der insgesamt zehn Maschinen fertiggestellt wurden, jedoch wurde die Produktion am 15. Dezember 1977 eingestellt. Über die Gründe ist mir nichts bekannt.
1961 Ruhwarden. Die letzten Reste der Ruhwarder Mühle werden beseitigt. Der Galerie-Holländer ist einen langsamen Tod gestorben: Nachdem bereits zuvor ein Dieselmotor und dann ein Elektromotor die Windkraft überflüssig gemacht hatten, wurde im Mai 1942 ein Flügelpaar abgenommen, dem dann 1949 das zweite folgte. Im Jahre 1960 brannte dann der Mühlenrumpf ab, womit das Ende besiegelt war. Die Mühle stammte aus dem Jahre 1854 und ist damit etwas über 100 Jahre alt geworden. In Ruhwarden bestand bereits im 16. Jahrhundert eine Mühle.
1961 Elsfleth. Der Neubau der Seefahrts-schule wird eingeweiht.
1961 Varel: Bau des Steinhauser Verlaats. Eilert Schimmelpenning hat die Ge-schichte des Bauwerks genau aufge-zeichnet. Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass Deiche und die dazu gehörigen Anlagen keine Bauwerke für die Ewig-keit sind, sondern ständig verändert werden müssen. Hier Schimmelpennings Darstellung: Am Anfang der Entwicklung stehen zwei Siele, die von 1576-1596 bestanden. 1596 Neubau eines gemein-samen Steinhauser Siels bei der Hof-stelle Grabhorn. 1649 Neubau. 1717 Zerstörung durch die Weihnachtsflut. 1718 Neubau 36 Meter weiter land-einwärts. 1799 Neubau. 1822-1826: das Siel wird neu aufgeständert. 1882 Neubau, diesmal in Steinen (bislang bestanden die Siele aus Holz). 1924 wird das Siel außer Betrieb genommen und durch das Petershörner Siel esetzt. 1963 Abriss des Siels. Inzwischen war das Steinhauser Verlaat gebaut worden.
1961 - 62 Varel: Bau des Schöpfwerks Petershörn. Es entwässert 32.000 HektarLand.
1961 Wilhelmshaven. Gründung der "Inge-nieurschule für Maschinenbau und Elek-trotechnik".Die Schule erhält 1968 einen Neubau. Ab 1971 hat sie den Status einer Fachhochschule mit zusätz-lichen Studiengängen.


-1962-

1962, 1. 3. Bremen. Der Aussichtsturm im Bür-gerpark wird gesprengt. Er war im Krieg durch Bomben beschädigt worden.
1962, 3. 4. Bremen. Der 200 Meter hohe Sendemast von Radio Bremen geht in Betrieb.
1962, 6. 5. Bremen. Gründung der evangelisch-lutherischen Gemeinde "des Guten Hir-ten zu Hemelingen" und Einwei-hung einer Notkirche an der Saarburger Straße.
1962, 24. 5. Bremen. Die neue Eisenbahnbrücke über die Weser wird in Betrieb genommen.
1962, 1. 6. Bremen. Das Havenhaus in Vegesack wird nach gründlicher Renovierung neu eröffnet.
1962, 22. 6. Bremen. Das "Schloss Burgwall"wird durch einen Brand schwer beschädigt und anschließend abgerissen. Auf dem Platz befand sich im Mittelalter die Vorburg der Burg Blumenthal. 1886 hatte hier der Kaufmann Oltmann Thyen eine Villa errichtet, die als "Schloss Burgwall" bezeichnet wurde und so ihr Ende fand. Der Abbruch wurde am 25. September 1962 abgeschlossen,
1962, 9. 7. Bremen: Auf dem Neuenlander Feld wird der neue Bremer Großmarkt eröffnet.
1962, 15. 8. Bremen: Auf der AG Weser läuft vor 25.000 Zuschauern der Tanker "Esso Warwickshire" vom Stapel. Er ist mit 80.000 Tonnen der erste in Bremen gebaute Großtanker, mit dem eine neue, wie sich zeigen sollte, letzte Phase des Schiffbaus an der Unterweser eingeleitet wird.
1962, 28. 8. Bremen. Erprobung eines Tragflächen-bootes, das auf der Lürssen-Werft ge-baut wurde. Es erreicht eine Geschwin-digkeit von 65 Knoten.
1962, 23. 9. Bremen. Das Gemeindehaus der evan-gelischen Gemeinde in Oberneuland wird eingeweiht.
1962, 1. 9. Bremen. Gedenktag für die Toten des Zweiten Weltkrieges, der von der Gewerkschaftsjugend organisiert wird. Anschließend Fackelzug der Atomwaf-fengegner vom Domshof zum Krieger-denkmal am Altenwall.
1962, 21. 9. Bremen: Einweihung der Friedhofska-pelle in Hemelingen.
1962, 5. 10. Bremen: Einweihung des "Hauses der Familie" an der Turnerstraße in Lüs-sum.
1962, 14. 10. Bremen: Die reformierte Gemeinde in Rönnebeck-Farge weiht ihr neues Ge-meindehaus ein.
1962, 15. 10. Bremen: Die Norddeutsche Mission weiht ihr neues Haus an der Vahrer Straße ein.
1962, 29. 10. Bremen: Einweihung des neuen Ge-richtshauses am Ostertor.
1962, 31. 10. Bremen. Das Fährhaus Lankenau wird geschlossen. Es wird abgerissen, weil es den neuen Hafenbauten auf dem linken Weserufer weichen muss.
1962, 8. 10. Bremen: Durch Zufall legt der Bagger "Arlesienne" in der Höhe der Einfahrt zum "Europa-Hafen eine mittelalter-liche Kogge frei. Bis 1965 werden 2000 Einzelteile des Schiffes geborgen und in dem neuen Schiffahrtsmuseum in Bre-merhaven konserviert, indem man sie dreißig Jahre lang in einer Polyethy-lenglykol-Lösung aufbewahrt. Am 17. Mai 2000 konnte dann das Schiff der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Inzwi-schen hatte man für die Kogge in Bre-merhaven am Alten Hafen ein eigenes Gebäude errichtet, das am 1. November 1972 eingeweiht werden konnte. In ihm wurde das Schiff sozusagen erneut auf Kiel gelegt, will sagen: aus 2000 Einzelteilen wieder zusammengesetzt. Koggen kannte man bis dahin nur aus bildlichen Darstellungen, aber genaue Informationen besaß man nicht. Nun hatte man zum ersten Mal ein Original vor Augen, das 1379/80 gebaut worden war, sich aber kurz vor der Fertigstellug vermutlich in einem Sturm losriss und die Weser hinabtrieb, wo es dann an der Stelle versank, an der man es nach 600 Jahren wieder fand. Die Kogge ist 23,32 Meter lang und 7,62 Meter breit. Der Laderaum hat eine Fläche von 150 Quadratmetern und kann 80 bis 90 Tonnen Ladung aufnehmen. Seit 2000 gibt es einen Nachbau der Kogge. Sie hat den Namen "Roland von Bremen" erhalten. Ihr Liegeplatz ist in etwa dort, wo das Original entstand: an der Schlachte in Bremen.
1962, 11. 11. Bremen: Die Kirchengemeinde zum Gu-ten Hirten in Hemelingen weit ihr neues Zentrum an der Forbacher Straße ein.
1962, 22. 12. Bremen. Einweihung der Heilands-Kir-che in der Städtischen Nervenklinik Ellen.
1962 Bremen: Gründung des Stadtteils "Obervieland". Bereits 1961 wurde der "Gesamtplan linkes Weserufer" verabschiedet, der umfangreiche Maß-nahmen zum Wohnungsbau vorsah.
1962 Bremen. Tivoli-Hochhaus. Das Gebäude ist 53 Meter hoch und enthält Büros Bremer Behörden. Zuvor standen an dieser Stelle das Tivoli-Theater und das Tivoli-Café. Das Etablissement wurde 1892 eröffnet wurde, nachdem der Saal-betrieb, der zuvor an dieer Stelle stand, abgebrannt war. Das Theater blieb bis 1925 in Betrieb und wurde dann in ein Kino umgewandelt. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude beschädigt, aber das Film-Theater blieb als "UT am Bahnhof" bis zum 31. Dezember 2000 bestehen, während das Café im Jahre 1957 abgerissen und dann durch das Hochhaus ersetzt wurde.
1962-1966 Bremen. Bau der Kläranlage in Seehausen.
1962 Nordenham. Die Mühle am Rahden gibt ihren Betrieb auf. Damit "endet die wohl umfangreichste Geschichte einer der Wesermarsch-Mühlen" Ingo Has-hagen: Als sich noch die Flügel drehten, 1986, S. 67) Die erste Blexer Mühle war vermutlich eine Bockwindmühle, die in Schockum stand. Sie wurde um 1565 an den Rahden versetzt, wo sie bis 1679 stehen blieb. In diesem Jahr brannte die Mühle ab und wurde durch eine neue Bockwindmühle ersetzt. Auch sie wurde 1736 ein Raub der Flammen und wie-derum durch eine Bockwindmühle er-setzt, die am 15. Mai 1857 zu Asche wurde. Jetzt erst baute der Blexer Mül-ler eine Holländerwindmühle, die bis 1955 intakt blieb, dann aber 1956 zunächst einen Flügel verlor, dann 1958 die restlichen drei und die Galerie. 1961/1962 wurde der Mühlenbetrieb eingestellt und das Grundstück verkauft (Heute befindet sich dort eine Jarosit-Deponie).
1962 - 1965 Bremerhaven: Bau des Radarturms in Bremerhaven.
1962, 16. + 17. 2. Bremerhaven. Die Nordseeküste erlebt die schwerste Sturmflut seit 1825.
  • Bei Schweiburg wird ein Pegelstand von 5,57 m über NN gemesen. Der Sturm fegt mit Böen von 150 bis 166 km/h über das Land. In der Außenweser wurden fünf Meter hohe Wellen beobachtet.

  • Bremerhaven schwebte in größter Gefahr. Wenn die Deiche nicht gehalten hätten, dann wären 80 Prozent des Stadtgebietes überschwemmt worden. In der "Bürger" hätte das Wasser 2,85 Meter hoch gestanden. Dass die Katastrophe vermieden wurde, lag an den beiden Sperrwerken, die gerade fertig geworden waren. Das eine schottete die Geeste gegen die Weser ab, das andere am östlichen Stadtrand verhinderte, dass das Stadtgebiet von dem Oberwasser überschemmt wurde. Die größte Gefahr entstand, dass zwischen dem Wasserstandsanzei-ger und der Strandhalle, wo der Deich auf breiter Front zu brechen drohte, was aber vermieden wer-den konnte, weil das Wasser sozusagen in letzter Minute zu-rückging. Zur Gefahrenabwehr wa-ren natürlich alle Kräfte aufgeboten worden, die man mobilisieren konnte, darunter 241 amerikani-sche Soldaten, von denen 80 Män-ner neben 310 Deutschen den Weserdeich am Wasserstandsan-zeiger sicherten. Insgesamt wurden in der Nacht 16.000 Sandsäcke gefüllt, verfrachtet, abgeladen und verbaut.

  • Bremen. In Bremen kam es ebenfalls zu keinem Deichbruch, was aber nicht bedeutet, dass die Stadt nicht gefährdet gewesen wäre. Wenn irgendwo das Wasser durchgedrugen wäre, hätten bis zu 85 Prozent des Stadtgebiets unter Wasser gestanden. Das verhin-derten in diesem Falle 5411 Helfer der verschiedenen Organisationen, die 60.000 Sandsäcke verbauten. Trotz der bemühungen starben auf dem linken Weserufer der Stadt sieben Produktion.

Die Folge der Sturmflut war - wie nach 1717 und nach 1825 -, dass faktisch an der ganzen deutschen Nordseeküste die Deiche neu gebaut wurden. Im Jahre 1717 hatten die Dämme eine Höhe von 5.00 Metern über Normalnull und am Fuß eine Breite von 18,50 Metern. Nach 1825 erhöhte man sie auf 6,80 Meter über Normallnull bei einer Breite von 53,5 Metern am Deichfuß. Dabei war es bis 1962 geblieben, nun aber erhöhte man das Bollwerk (ich beziehe mich hier auf den Bestick am Dorumer Tief) auf 8,60 Meter über Normalnull, während der Deichfuß, einschließlich Deichver-teidigungsstraße, auf 77 Meter gebracht wurde. Revolutionär war, dass die Außenböschung im Verhältnis 1:6 an-stieg (das war bisher auch so), die Innenböschung aber im Verhältnis 1:3. Sie fällt also nicht mehr so steil ab wie bisher, so dass Kappenstürze vermieden werden, falls der Deich überströmt werden sollte. (Ob diese Deiche, die nun vierzig Jahre hindurch den Anforderun-gen genügt haben, noch weitere sechzig Jahre halten werden, kann man ange-sichts der Klimaerwärmung getrost als fraglich bezeichnen.)
1962, 20. 11. Bremerhaven. Die Schulfregatte "Scheer" wird im Geestevorhafen feierlich in Dienst gestellt.
1962, 29. 11. Bremerhaven: Die Fahrgastanlage II am Colmbusbahnhof wird eröffnet. Jetzt können an dem Pier gleichzeitig fünf Passagierschiffe anlegen.
1962, 2. 11. Wilhelmshaven: Stadtbücherei und Volkshochschule erhalten einen gemein-samen Neubau an der Virchowstraße.
1962-1964 Wilhelmshaven. Das Gelände der Si-bethsburg wird archäologisch unter-sucht. Es stellt sich heraus, dass die Burg um 1380 herum gebaut wurde. Sie bestand aus einem Turm, der einen Umfang von 17x12 Metern hatte und dessen Mauern drei Meter dick waren. Hinzu kamen einige Nebengebäude aus Fachwerk. Umgeben war die Anlage von zwei Wällen und drei Gräben.